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Serologie bei Augenerkrankungen


Blutuntersuchung | Blutentnahme | Antikörper | Blutwerte

Einleitung – Serologie und Blutuntersuchungen in der Augenmedizin

Die Serologie ist ein Teilgebiet der diagnostischen Medizin. Die Serologie befasst sich im engeren Sinne mit Veränderungen im Blutserum, der Blutflüssigkeit außerhalb der Zellen, und deren Feststellung durch Antikörper-Reaktionen. Neben serologischen Nachweisen sind in der Augenheilkunde auch einige andere Blutuntersuchungen von Bedeutung.

Was ist Serologie?

In der Serologie geht es vorrangig um Reaktionen, die zwischen Antikörpern und den Substanzen, gegen die die Antikörper gerichtet sind, nämlich den Antigenen, ablaufen. Mit Hilfe solcher Antigen-Antikörper-Reaktionen lassen sich im Labor bestimmte Stoffe, Krankheitserreger oder auch vom Körper gebildete Antikörper selbst nachweisen.

In der Augenheilkunde lassen sich mit der Serologie einige Krankheiten bestimmen. Im Blutserum können spezifische Antikörper gegen Krankheitserreger, z. B. Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten, festgestellt werden. Dies hat einen Nutzen zur Diagnose bei Augenerkrankungen, die durch diese Erreger verursacht werden können.

Ebenfalls gibt es verschiedene Erkrankungen, die mit einer Entzündung im Augeninneren einhergehen, ohne dass ein Krankheitskeim dafür verantwortlich ist. Insbesondere handelt es sich um das Krankheitsbild der Uveitis, der Entzündung der Gefäßhaut im Auge. Die Uveitis lässt sich hauptsächlich in eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis, Iridozyklitis) und eine Entzündung der Aderhaut (Chorioiditis, Chorioretinitis) aufteilen, welche häufig auch zusammen vorkommen. Neben einigen Infektionskrankheiten ist die Ursache einer Gefäßhautentzündung meist eine auch andere Körperteile betreffende rheumatische Erkrankung oder Erkrankung des Abwehrsystems. Möglichkeiten, bei denen eine Uveitis auftreten kann, sind unter anderem:
  • Juvenile Arthritis, eine chronische Rheumaerkrankung mit Entzündung der Gelenke im Kindes- und Jugendalter
  • Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), rheumatische Gelenkversteifung vor allem in der Wirbelsäule
  • Morbus Behçet, eine Erkrankung mit Aphthen im Mund und am Genitale und Überempfindlichkeit der Haut
  • Morbus Reiter, ein Krankheitsbild mit Gelenkentzündung (Arthritis) und Harnröhrenentzündung (Urethritis)
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Sarkoidose, eine Erkrankung von Lunge und anderen Organen mit Bildung von Entzündungsknoten (Granulome)
  • Interstitielle Nephritis, eine spezielle Form der Nierenentzündung
  • Multiple Sklerose, eine meist schubweise Erkrankung des zentralen Nervensystems

Vielfach lassen sich durch die Serologie spezifische Antigene beziehungsweise Antikörper nachweisen, die auf eine Erkrankung hindeuten oder diese bestätigen.

Untersuchungen im Rahmen der Serologie

In der Serologie können einige Tests vorgenommen werden, dazu gehören beispielsweise:

Agglutination

Dabei wird versucht, z. B. Antikörper und Antigen zum Verklumpen zu bringen, womit entweder das Antigen oder der dazugehörige Antikörper festgestellt werden kann.

Komplementbindungsreaktion (KBR)

Hierbei wird die Bindung von Antigen und Antikörper mit Hilfe des Komplementsystems, eines Nebensystems der Immunabwehr, nachgewiesen.

Immunhistochemie

Dabei wird eine Antikörper-Antigen-Reaktion durch einen Farbstoff nachgewiesen.

ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay)

ELISA ist eine moderne, spezielle Methode zum Nachweis bestimmter Stoffe mittels Antikörpern. Die Auswertung erfolgt meist durch eine Farbreaktion.

Neben diesen Tests sind viele weitere Nachweismethoden für bestimmte Stoffe durch die Serologie entwickelt worden.

Weitere Blutuntersuchungen in der Augenmedizin

In der Augenheilkunde haben in einigen Fällen auch andere Blutuntersuchungen eine Bedeutung. Eine Blutentnahme mit nachfolgender Blutuntersuchung ist vor allem vor Operationen wichtig, kann aber auch der Diagnose von Krankheiten dienen. Die Blutprobe wird meist aus einer Vene am Arm entnommen und dann in ein Labor geschickt. Die ermittelten Blutwerte werden dann wieder zurück an den Augenarzt beziehungsweise die Augenklinik geschickt.

Blutgerinnung

Die Gerinnungswerte zu bestimmen, ist wichtig vor Operationen, also auch vor Augenoperationen. Hierdurch kann festgestellt werden, ob das Blutungsrisiko erhöht ist und die Gerinnungswerte zunächst normalisiert werden müssen. Die beiden routinemäßig bestimmten Werte sind der Quick-Wert (INR) sowie die partielle Thromboplastinzeit (PTT).

Blutwerte verschiedener Substanzen

Bei der Blutuntersuchung kann der Gehalt des Blutes an unterschiedlichen Stoffen gemessen werden. Wichtig sind z. B. der Blutzucker bei Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“), Elektrolyte und Mineralien, Entzündungsparameter (z. B. CRP = C-reaktives Protein) sowie andere Substanzen, bei denen veränderte Werte auf Krankheiten hindeuten können.

Blutbild

Beim Blutbild wird die Menge und das Verhältnis der verschiedenen Blutzellen bestimmt, um einen Hinweis auf Krankheiten zu erhalten.

Blutsenkungsgeschwindigkeit

Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist eine weitere Untersuchung, bei der veränderte Werte z. B. auf Entzündungen hindeuten. In einem speziellen Röhrchen wird das Absinken der roten Blutkörperchen nach einer und nach zwei Stunden abgelesen.


Letzte Aktualisierung am 11.09.2009.

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