Brille | Brillen

Brillengläser | Lesebrille | Fernbrille | Brillenkorrektur

Brillen - individuelle Anpassung ist notwendig

 

Sonnenbrillen

» Allgemeines zu SonnenbrillenEine Sonnenbrille ist eine Brille, deren Gläser so getönt sind, dass sie einen Teil des sichtbaren Lichts und auch der ...

 

Kinderbrille ist wichtig

Kinderbrillen

» Grundsätzliches zu Kinderbrillen Eine Brille ist bei verschiedenen Sehfehlern schon im Kindesalter unentbehrlich, um jetzt und später ein gutes ...

 

Brillenpflege | Brillenreinigung

» Grundsätzliches zur BrillenpflegeEine Brille bedarf einer guten Pflege, um ein optimales, klares Sehen zu ermöglichen. Eine schlechte ...

Allgemeines zu Brillen

Eine Brille ist eine Sehhilfe, die aus zwei geschliffenen Gläsern sowie einer Brillenfassung besteht und vor dem Auge getragen wird. Mit einer Brille kann eine Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit) ausgeglichen werden, daneben gibt es zahlreiche Sonderformen von Brillen wie beispielsweise Sonnenbrillen und Schutzbrillen.

Aufbau einer Brille

Eine Brille besteht im Allgemeinen aus einem Brillengestell sowie den beiden Brillengläsern. Die Form kann dabei erheblich variieren und für verschiedene Zwecke optimiert sein. Das Brillengestell besteht aus einer Halterung für die Gläser und aus einem Anteil für den festen Sitz der Brille am Kopf, gewöhnlicherweise den Bügeln. Es kann aus verschiedenen Materialien hergestellt sein. Die Gläser haben eine bestimmte Form, so dass Sehfehler damit ausgeglichen werden.

Funktion einer Brille

Falls es sich nicht um eine spezielle Art der Brille handelt, dient die Brille in erster Linie der Korrektur einer Fehlsichtigkeit. Zu den Fehlsichtigkeiten gehören Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit (Astigmatismus, so genannte Hornhautverkrümmung) sowie auch die Alterssichtigkeit. Meist sind die Fehlsichtigkeiten durch Abweichungen der Form und der Länge des Auges bedingt. Bei Kurzsichtigkeit kann in der Ferne nicht scharf gesehen werden, bei Weitsichtigkeit sieht der Betroffene in der Nähe unscharf. Bei einer Hornhautverkrümmung werden Objekte immer unscharf oder stabförmig verzerrt gesehen. Eine Sonderform der Weitsichtigkeit ist die Alterssichtigkeit, bei der die Augenlinse zunehmend unflexibler wird und keine ausreichende Schärfeeinstellung (Akkomodation) auf die Nähe mehr möglich ist.

Alle diese Formen der Fehlsichtigkeit können mit Brillen korrigiert werden.

Neben dieser Funktion muss eine gute Brille jedoch einige weitere Eigenschaften aufweisen. Sie muss gut sitzen und möglichst wenig verrutschen. Sie sollte auch nicht zu schwer sein und keine Druckstellen hinterlassen. Die Brille muss stabil sein, was vor allem auch bei sportlichen Aktivitäten oder bei Kindern eine große Rolle spielt (Sportbrille, Kinderbrille). Nicht zu vernachlässigen ist auch der modische Aspekt: Eine schöne Brille ist nicht mehr nur ein notwendiges Übel, um scharf sehen zu können, sondern ein modisches Accessoire, das ästhetisch ansprechend ist und den Charakter des Trägers unterstreicht.

Abhängig von der Lebensweise des Trägers können individuell weitere Anforderungen an die Brille gestellt werden.

Welche Arten von Gläsern gibt es?

Die Form der Gläser richtet sich nach der Art der Fehlsichtigkeit, die korrigiert werden soll. Bei Kurzsichtigkeit müssen die Lichtstrahlen etwas nach außen abgelenkt werden, das Brillenglas muss konkav (nach innen gewölbt) sein (Zerstreuungsglas, Minusglas). Dadurch wird der Brennpunkt der Lichtstrahlen im Auge vom Bereich vor der Netzhaut wieder direkt auf die Netzhaut verlagert, und der Patient sieht durch die Brille scharf. Diese Brille wird Fernbrille genannt.

Bei Weitsichtigkeit ist das Gegenteil der Fall, das Brillenglas muss hier konvex (nach außen gewölbt) sein (Sammellinse, Plusglas). Die Strahlen werden nach innen abgelenkt und treffen im Idealfall auf der Netzhaut aufeinander und nicht mehr erst (virtuell) dahinter. Es handelt sich um eine Nahbrille oder Lesebrille.

Bei Stabsichtigkeit (Astigmatismus, so genannte Hornhautverkrümmung) muss das Glas torisch, also in einer Richtung stärker als in die andere, gekrümmt sein (Zylinderglas). Der Zylinder kann in ein Konkavglas oder Konvexglas mit eingeschliffen sein, um eine gleichzeitig bestehende Stabsichtigkeit bei Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit mit auszugleichen.

Alle Werte werden in Dioptrien (dpt) angegeben; Konkavgläser weisen ein Minus, Konvexgläser ein Plus als Vorzeichen auf. Bei Stabsichtigkeit muss zusätzlich noch die Achse der Krümmung zwischen 0 und 180 Grad angegeben werden.

Um bei Alterssichtigkeit ein scharfes Sehen in Nähe und Ferne mit einer Brille zu ermöglichen, kann im unteren Teil die Korrektur für den Nahbereich sowie im oberen Teil die Korrektur für den Fernbereich eingearbeitet werden (Bifokalglas). Ist der Übergang zwischen Nah- und Fernteil dabei fließend, so wird dies als Gleitsichtglas bezeichnet.

Brillengläser können aus echtem Glas oder aus Kunststoff sein. Kunststoffgläser sind leichter und stabiler. Daher sind sie besonders für Kinderbrillen und Sportbrillen geeignet. Allerdings zerkratzen sie eher. Durch eine Spezialbeschichtung mit hartem Lack können jedoch auch die Kunststoffgläser einigermaßen kratzfest gemacht werden. Glas-Gläser können dagegen bei starken Werten der Fehlsichtigkeit dünner hergestellt werden als Kunststoffgläser.

Um optisch und kosmetisch störende Spiegelungen auf der Oberfläche der Brille zu reduzieren, kann die Brille entspiegelt werden. Die Entspiegelung wird durch mehrere feine Schichten von Materialien wie Magnesiumfluorid auf der Oberfläche des Brillenglases erreicht.

Spezialbrillen

Für unterschiedliche Zwecke können viele Arten von speziellen Brillen hergestellt werden. Wohl am wichtigsten sind die Sonnenbrillen. Durch getönte Gläser wird ein Teil des ultravioletten Lichtes (UV-Licht) herausgefiltert, so dass bei starkem Licht in der Umgebung einerseits die Blendung vermindert ist, andererseits auch ein Schutz gegen die für das Auge schädliche UV-Strahlung erreicht wird. Der Wert der Absorption (Filterung) wird in Prozent angegeben, gute Sonnenbrillen weisen einen Wert von 80 % oder höher auf. In eine Sonnenbrille können auch Korrekturwerte für Fehlsichtigkeit eingeschliffen werden.

Es gibt auch Brillengläser, die sich der Helligkeit der Umgebung anpassen (phototrope Gläser). Bei starkem Einfall von UV-Strahlen verdunkeln sich die Gläser, bei geringerem UV-Licht hellen sie sich wieder auf. Da die Lichtanpassung mit einer gewissen Verzögerung geschieht, sind diese Brillen nicht für alle Gelegenheiten geeignet.

Mit einer Prismenbrille kann Schielen korrigiert werden. Dazu ist in eines oder in beide Gläser ein Prisma eingearbeitet, das die Lichtstrahlen so ablenkt, dass sie für die beiden Augen wieder aus der gleichen Richtung zu kommen scheinen. Doppelbilder können so wieder zu einem Einzelbild zusammengefügt werden.

Weitere Spezialbrillen für bestimmte Gelegenheiten sind neben den Sportbrillen die Schwimmbrillen und Taucherbrillen sowie die Schutzbrillen. Eine Sehschärfekorrektur kann oft in die jeweiligen Gläser eingearbeitet werden.

Anpassung einer Brille und Brillenverordnung

Zur Brillenanpassung wird in den meisten Fällen zunächst eine Messung der Brechkraft des Auges an einem Spezialgerät durchgeführt (objektive Refraktionsbestimmung). Dann erfolgt ein Sehtest, bei dem diese Werte genau überprüft werden. Beim Betrachten einer Sehtafel muss der Patient angeben, bei welchen vorgehaltenen Gläsern er am schärfsten sehen kann. Bei Kindern oder anderen Patienten, bei denen ein Sehtest nicht genau möglich ist, wird eine so genannte Skiaskopie durchgeführt, bei der mit einem speziellen Instrument die erforderliche Sehschärfekorrektur festgestellt wird.

Der Augenarzt schreibt dann ein Brillenrezept, auf dem die Stärke der benötigten Gläser aufgeführt ist. Anhand dieser Werte kann dann vom Optiker eine geeignete Brille angefertigt werden.

Vorteile und Nachteile von Brillen

Im Vergleich zu anderen Sehhilfen (z. B. Kontaktlinsen) oder dem Verzicht auf eine Sehschärfekorrektur weisen Brillen Vor- und Nachteile auf. Alle Arten der Fehlsichtigkeit können mit einer Brille ausgeglichen werden, es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen die Brillenkorrektur nicht möglich ist. Gegenüber Kontaktlinsen lassen sich Brillen sehr leicht handhaben. Die Pflege ist ebenfalls einfacher als bei Kontaktlinsen. Brillen lassen sich auch sehr kostengünstig herstellen und sind daher in der Anschaffung preiswert.

Andererseits ist eine Brille bei bestimmten Sehfehlern nicht geeignet, z. B. bei stark unterschiedlicher Brechkraft des rechten und linken Auges oder bei unregelmäßiger Hornhautoberfläche (irregulärer Astigmatismus). Manchmal kann die Brille stören, z. B. bei der Ausübung verschiedener Sportarten. Auch kann die Brille leicht beschlagen, und bei Regen können sich Tropfen auf dem Glas ansammeln und die Sicht erschweren.

Brillenpflege

Eine Brille sollte am besten mit Wasser, dem etwas Spülmittel beigemengt werden kann, oder mit speziellem Spray gereinigt werden. Anschließend sollte sie mit einem trockenen, weichen Brillenputztuch trocken gerieben werden. Von Zeit zu Zeit empfiehlt sich eine professionelle Reinigung der Brille beim Augenoptiker mit einem Ultraschallbad.

Weiterführende Informationen zu Brillen

Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
War dieser Artikel hilfreich?