Drei moderne Augenlaser-Verfahren im Vergleich

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Fehlsichtigkeit mit Laser korrigieren: Wann und für wen ist welche Methode geeignet

Drei moderne Augenlaser-Verfahren im Vergleich
Drei moderne Augenlaser-Verfahren im Vergleich

Lasertechnik macht Brillen oder Kontaktlinsen zur Korrektur von Fehlsichtigkeit überflüssig. Die Verfahren werden als PRK, LASIK oder ReLEx Smile bezeichnet.

Grundsätzlich lassen sich mit Lasertechnologien diese weit verbreiteten Seh-Fehler behandeln:

Diese Störungen verhindern, dass das ins Auge einfallende Licht exakt gebündelt auf die Netzhaut trifft. Das Augenlasern verändert die Form der Hornhaut so, dass die Lichtbündelung punktgenau erfolgt. Was Brille oder Kontaktlinsen kurzfristig und relativ „unflexibel“ bewirken, kann das Auge nun selbst leisten.

Ausschlusskriterien für die Laserbehandlung

Mit einer Erfolgsquote von bis zu 95 Prozent sprechen Laserbehandlungen der Augen für sich selbst. Gute Ergebnisse sind das Resultat strikter Auswahl geeigneter Patienten.

Pupillengröße und Stärke der Hornhaut entscheiden bereits im Vorfeld, ob die Behandlung in Frage kommt.

Patienten unter 18 Jahren müssen auf eine Laserbehandlung der Augen verzichten. Experten empfehlen sogar ein Mindestalter von 20 bis 25 Jahren: Erst dann ist das Auge vollständig „ausgewachsen“ und seine Leistung nachhaltig korrigierbar.

Ab etwa 45 leiden viele Patienten unter erster Altersweitsichtigkeit. Diese ist mit Lasermethoden nicht zu korrigieren: Auch hier müssen Betroffene bei der Brille bleiben.

Bei Schwangeren und stillenden Müttern beeinflussen Hormone die Sehkraft. In dieser Phase hätte eine Augen-Laserbehandlung wenig Sinn.

Weitere Ausschlusskriterien sind beispielsweise

  • Grüner Star, der mit erhöhtem Augeninnendruck einhergeht
  • Grauer Star: Die getrübte Linse muss ersetzt werden.
  • Makuladegeneration: Altersbedingt verändern sich Netzhaut und Sehnervenzellen
  • Keratokonus: Dabei wird die Hornhaut des Auges dünner und verformt sich.
  • Diabetes Mellitus, sofern der Blutzuckerspiegel nicht stabil eingestellt ist.

Die drei Laser-Verfahren

PRK oder Photorefraktive Keratektomie ist das älteste der drei Laser-Verfahren. Die oberste Schicht der Hornhaut wird abgeschabt und die Hornhautkrümmung mit einem Excimerlaser korrigiert. Die abgelöste Schicht (Epithel) wächst von selbst nach, doch das kann Tage bis Wochen dauern. Auch ein Vernarbungsrisiko besteht. Das Verfahren eignet sich gut für Patienten mit einer sehr dünnen Hornhaut und speziell zur Behandlung einer Kurzsichtigkeit.

Die vielen Jahre der Anwendungs-Erfahrung und recht überschaubare Behandlungskosten sprechen für diese Methode.

Das LASEK-Verfahren (LASEK steht für Laser-epitheliale Keratomileusis) ist eine Weiterentwicklung der PRK-Methode. Die oberste Hornhautschicht (Epithel) wird mit einer Alkohollösung vorbehandelt, mit einem Hornhaut-Hobel abgeschält und beiseite gelegt. Dieses zum Teil abgelöste Gewebestück wird als Flap (wörtlich „Klappe“) bezeichnet. Der computergesteuerte Excimerlaser bearbeitet die offene Hornhautfläche, bis diese die gewünschte Form hat. Anschließend wird der „Flap“ wieder in seine Ausgangsposition gebracht, wo er in kürzester Zeit verwächst. Die Heilung geht schnell voran, weil sich das Epithel nicht vollständig erneuern muss. Es bilden sich kaum Narben auf der Hornhaut. Die endgültige Sehstärke stellt sich erst nach mehreren Wochen ein.

Ergänzend dazu wurde die Femto-LASIK entwickelt. Dies ist eine Technik, bei der der Flap, die abgelöste Hornhaut-Lamelle, per Laser und nicht mit einem mechanischen Hobel abgelöst wird.

Femto-LASIK eignet sich für Patienten mit dünner Hornhaut und ist bei allen Ursachen der Fehlsichtigkeit präzise anwendbar. Die behandelten Augen können kurzfristig stark austrocknen. Schmerzen nach dem Eingriff sind möglich. Die Vorzüge: Die volle Sehstärke stellt sich bereits innerhalb weniger Stunden ein und die Heilung nimmt nur wenige Tage in Anspruch.

Eine ähnliche Vorgehensweise ist die EPI-LASEK-Behandlung. Die Flap-Technik wird mit einem computergesteuerten Microlaser durchgeführt. EPI-LASEK eignet sich ausschließlich für Kurzsichtigkeitsbehandlungen bis minus sechs Dioptrien und einer Hornhautverkrümmung bis drei Dioptrien. Es werden keine Schnitte geführt und die Behandlung gilt als schmerzarm. Auch Patienten mit dünner Hornhaut profitieren davon. Allerdings nimmt die vollständige Heilung mehrere Wochen in Anspruch.

Das modernste Verfahren des Augen-Laserns ist Refractive Lenticule Extraction Small Incision Lenticule Extraction, kurz ReLEx SMILE. Es ist seit 2011 im Einsatz und eignet sich für Fehlsichtigkeits-Korrekturen ab -1,5 Dioptrien. Mit einem Femtolaser löst der Chirurg ein Lentikel, eine linsenförmige Schicht von der Hornhaut ab. Auf diese Weise formt sich die Hornhaut neu und die Fehlsichtigkeit ist korrigiert.

Die Methode gilt als äußerst schonend. Narben- oder Infektionsrisiken sind fast ausgeschlossen, ebenso ein Austrocknen der Augen. Patienten profitieren von dieser sehr schmerzfreien, schnell heilenden Methode. Der OP-Erfolg zeigt sich bereits am ersten Tag nach dem Eingriff mit der vollen Sehstärke.

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