ReLEx Smile 3D: Die neue Generation des Augenlaser-Verfahrens

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So lassen sich Sehfehler schonend und minimalinvasiv per Laserchirurgie korrigieren

Neueste Technologie im Bereich der Lasertechnik macht es möglich: Für viele Menschen wird der Traum einer Sehfehler-Korrektur ohne Brille oder Kontaktlinsen Realität. Aber was genau passiert bei diesem neuen Verfahren?

Technik und Verfahren wurden von der Firma Carl Zeiss entwickelt: Sie sind äußerst schonend und die Risiken geringer als bei der herkömmlichen Laserbehandlung. Die Anwendung des ReLEx Smile 3D Femtosekundenlaser empfiehlt sich besonders bei einer starken Kurzsichtigkeit und bei Astigmatismus, einer Verkrümmung der Hornhaut.

Wann ist das ReLEx Smile-Verfahren anwendbar

Kurzsichtigkeit oder Myopie macht das Sehen in die Ferne unscharf. Die Ursache ist meist ein zu lang geformter Augapfel: Das Licht fällt nicht exakt auf die Netzhaut, so, dass weiter entfernte Objekte nicht mehr als deutliches Bild ans Gehirn übermittelt werden können. Gelegentlich sind Verformungen oder Fehlbildungen im Bereich von Hornhaut, Glaskörper und Linse für das unscharfe Fern-Sehen verantwortlich.

Die zweite Indikation für das ReLEx Smile-Verfahren ist eine Hornhautverkrümmung oder Astigmatismus. Dieses Phänomen kann eine generelle Seh-Unschärfe erzeugen. Nicht der Augapfel selbst, sondern die Hornhaut ist falsch geformt. Normalerweise sollte sie konvex, also nach außen gewölbt sein. Bei Patienten mit Astigmatismus dellt sich die Hornhaut nach innen. Das beeinträchtigt die Lichtbrechung und die Art, wie das Licht auf die Netzhaut geleitet wird.

Die ReLEx Smile-Technologie ist anwendbar bei Kurzsichtigkeit bis zu -10 Dioptrien und bei einem Astigmatismus von höchstens 6 Dioptrien. Ein weiteres Auswahlkriterium der Patienten ist die Beschaffenheit der Hornhaut. Nur wenn diese ausreichend dick ist, kann das Verfahren eingesetzt werden.

ReLEx Augenkorrektur – das passiert beim Eingriff

Der Vorzug der neuen ReLEx Augenkorrektur mit dem Femtolaser: Die Hornhaut wird weder teilweise entfernt noch wird ein „Flap“ gebildet. Bei diesem älteren Verfahren wurde, wörtlich übersetzt, eine „Klappe“ in die Hornhaut geschnitten. Dieser Flap muss nach dem Eingriff heilen. Das ist verbunden mit einer Narbe auf der Hornhaut, eventuellen Schmerzen oder dem Risiko von Komplikationen.

Der Femtosekundenlaser, der bei der ReLEx Smile Augenkorrektur verwendet wird, arbeitet wie folgt: Er erzeugt ein Lentikel, eine dünne Hornhautlinse. Anders ausgedrückt, er trennt eine dünne kreisrunde Schicht der Hornhaut vom übrigen Gewebe ab. Gleichzeitig setzt er einen millimetergroßen Einschnitt in die Hornhaut als Zugang zu diesem Lentikel.

Die Bezeichnung SMILE bezieht sich auf die Vorgehensweise. Sie ist die Kurzform für Small Incision Lenticule Extraction – wörtlich übersetzt Lentikel-Extraktion mit minimalem Einschnitt. Dieser Einschnitt beträgt maximal vier Millimeter.

Bei dieser Vorgehensweise verbrennt der Laser weder Gewebe (was der Patient riechen würde) noch erzeugt er irritierende Geräusche.

Verlauf der Behandlung

Dies ist die Beschreibung einer ReLEx Smile Behandlung Schritt für Schritt:

  • Vorab wird die Dicke der Hornhaut des Patienten gemessen. In einer Voruntersuchung legt der Ophthalmologe die Details fest. Dazu gehören die nötige Größe, Stärke und Form des Lentikels, um die gewünschte Korrektur durchzuführen.
  • Für den eigentlichen Eingriff genügen die Einnahme eines Beruhigungsmittels und eine lokale Betäubung der Hornhautoberfläche Auges mit Tropfen.
  • In das Auge, das behandelt wird, setzt der Chirurg einen Lidöffner ein, das andere Auge wird jeweils abgedeckt. Ein exakt angepasstes Kontaktglas fixiert das Auge. Von diesem Schritt spüren die Patienten nur wenig.
  • In Sekundengeschwindigkeit erzeugt der Femtosekunden-Laser nun das Lentikel, die Hornhautlinse, durch das Kontaktglas hindurch. Zeitgleich wird der kleine Einschnitt gesetzt. Auch dieser Vorgang ist völlig schmerzlos.
  • Der Chirurg entfernt nun das Kontaktglas und nutzt ein winziges Instrument, um das Lentikel herauszuziehen. Die Entfernung des Lentikels hat die Hornhaut und damit die Lichtbrechung so weit verändert, dass der Sehfehler korrigiert sein sollte.
  • Das Verabreichen antiseptischer Augentropfen schließt die Behandlung ab. Der winzige Schnitt schließt sich von selbst.

Schmerzen, tränende oder juckende Augen nach dem Eingriff sind nicht zu erwarten. Das Risiko beispielsweise einer postoperativen Entzündung ist verschwindend klein. Nur sehr selten treten trockene Augen oder verstärkte Tränenbildung auf. Der Eingriff selbst ist nahezu schmerzlos durchführbar, das Ergebnis präzise und nachhaltig.

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