Lidrandentzündung

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Blepharitis squamosa | Lidentzündung | Entzündung Augenlid

Die Lidrandentzündung (Blepharitis squamosa) ist eine Entzündung mit Schuppenbildung, die vor allem die Lidränder betrifft. Meist tritt die Erkrankung beidseitig auf. Zur Behandlung ist in vielen Fällen ein regelmäßiges Entfernen der Schuppen ausreichend, manchmal müssen Medikamente aufgetragen werden.

Was ist die Ursache für die Lidrandentzündung?

Die Lidrandentzündung (Blepharitis) kann durch ganz verschiedene Faktoren verursacht werden. Dazu gehören ein ungünstiger Zustand der Haut, eine vermehrte Produktion von Talg (Seborrhoe) und eine erhöhte Ausscheidung von Sekret aus den Liddrüsen. Äußere Einflüsse wie Lufttrockenheit (beispielsweise auch durch Klimaanlagen) sowie Rauch, Staub, Kälte oder Hitze, fördern die Blepharitis. Des Weiteren kann auch eine ungenügende Hygiene des Patienten bei der Entwicklung der Entzündung eine Rolle spielen.

Manchmal ist eine Blepharitis auch durch Krankheitserreger bedingt, beispielsweise Bakterien, Milben oder Läuse.

Welche Beschwerden treten bei der Blepharitis squamosa auf?

Die schuppende Lidrandentzündung (Blepharitis squamosa) äußert sich durch Verklebungen der Lider um die Wimpern herum sowie durch ein juckendes, brennendes oder kratzendes Gefühl. Der Lidrand ist verdickt und oft auch gerötet. Schuppen und Verkrustungen sind dort sichtbar. Drüsen am Lid (Meibom-Drüsen) können verstopft sein, so dass es eventuell zur vermehrten Bildung von Hagelkörnern (Chalazion) oder Gerstenkörnern (Hordeolum) kommt. Manchmal fallen die Wimpern aus und wachsen nicht mehr nach (Madarosis). Normalerweise bestehen die Beschwerden an beiden Augen. Bei einer Lidrandentzündung mit Bakterien kann es zu Geschwüren am Lid kommen. Nicht selten kommt es bei einer Blepharitis zusätzlich zu einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Bei dieser ist die Bindehaut (Schleimhaut, die das „Weiße am Auge“ sowie die Lidinnenseite bedeckt),gerötet. Schließlich kann es zu einer fehlerhaften Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit kommen, so dass sich Beschwerden eines trockenen Auges ergeben können.

Muss der Augenarzt besondere Untersuchungen durchführen?

Der Arzt befragt zunächst den Patienten zu Symptomen und früheren Erkrankungen (Anamnese). Meist genügt ein kurzer, orientierender Sehtest. Die Augen werden betrachtet. Besonders gründlich wird der Lidrand sowie auch die Hornhaut und Bindehaut untersucht. Oft lässt sich die Diagnose vom Augenarzt durch den Anblick und die Symptome stellen. Beim Verdacht auf eine Infektion mit einem Krankheitserreger wird ein Abstrich von der Lidkante beziehungsweise dem Auge genommen und im Labor untersucht.

Wie wird die Lidrandentzündung behandelt?

Eine Lidrandentzündung ist eine oft langwierige, chronische Erkrankung. Durch verschiedene, konsequent durchgeführte Maßnahmen lässt sie sich dennoch meist gut behandeln, so dass sie nach einiger Zeit verschwindet. Bis sich ein Erfolg zeigt, kann es einige Wochen dauern.

Die verkrusteten Lider müssen regelmäßig gesäubert werden (Lidrandhygiene). Der Lidrand sollte zunächst aufgeweicht werden, beispielsweise mit Olivenöl oder warmem Wasser. Nach kurzer Zeit können die gelösten Schuppen und Krusten leicht mit einem Wattestäbchen abgestrichen werden. Ebenfalls kann es sinnvoll sein, die Lidränder mit dem Finger oder dem Wattestäbchen auszudrücken. Jedes Wattestäbchen sollte nach dem Gebrauch entsorgt werden und nicht noch einmal benutzt werden, um keine Krankheitserreger zu verteilen.

Zusätzlich kann zur Unterstützung eine Suggestion mit Liposomen aufgetragen werden (z.B. Blepha Cura (R)). In klinischen Studien konnte ein Rückgang der Lidrandentzündungen beobachtet werden.

Falls eine Infektion mit einem Krankheitskeim die Ursache für die Lidentzündung darstellt, so werden Antibiotika in Salbenform aufgetragen. Bisweilen kann es sich auch empfehlen, über einen begrenzten Zeitraum Cortison als Salbe oder Tropfen anzuwenden. Falls ein Milbenbefall der Lider vorhanden ist, so können die Milben mit einem speziellen Öl (Pilocarpin-Öl) beseitigt werden.Besteht gleichzeitig eine Bindehautentzündung, so sollte diese ebenfalls behandelt werden. Meist geschieht dies mit der Gabe bestimmter Augentropfen. Bei trockenem Auge kann eine Behandlung mit Tränenersatzflüssigkeit durchgeführt werden.
Wichtig ist es darüber hinaus, die Ursachen für die Lidentzündung auszuschalten. So sollte bei einer Anfälligkeit für die Lidrandentzündung trockene Luft, Staub und Rauch vermieden werden.



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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Dr. S. Jaeck
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A. Seibel
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Portrait Dr. med. Ingeborg Gellrich, Arztpraxis für Augenheilkunde, Psychosomatik & Psychotherapie, DIN-EN-ISO 9001:2008 zertifiziert, Konstanz, Fachärztin für Augenheilkunde | Augenärztin Dr. I. Gellrich
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