Allgemeines zur Anpassung einer Brille oder von KontaktlinsenDie gängigen Mittel zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit (beispielsweise Kurzsichtigkeit) ...
Was genau bezeichnet Bakteriologie?Bakteriologie, die Lehre von den Bakterien, ist die Wissenschaft, bei der es um den Aufbau und die Funktion sowie in der Medizin insbesondere um den Nachweis und die Einordnung von Bakterien geht. Dies ist auch in der Augenheilkunde von Bedeutung, da einige Infektionen von Bakterien am Auge vorkommen.Die medizinische Bakteriologie ist dafür zuständig, im Labor zu untersuchen, um welche Bakterien es sich bei Erkrankungen bestimmter Patienten handelt. Durch den Nachweis einer bestimmten Bakterienart und weitergehende Untersuchungen kann eine Therapieempfehlung an den behandelnden Arzt abgegeben werden.Bakterielle Infektionen in der AugenheilkundeBakterielle Entzündungen am Auge sind zwar insgesamt weniger häufig als Entzündungen anderer Ursache, dafür sind Bakterieninfektionen oft schwerwiegender. Zu den bakteriellen Infektionskrankheiten am Auge gehören:BindehautentzündungEine bakterielle Bindehautentzündung (bakterielle Konjunktivitis) wird häufig durch Bakterien wie Staphylokokken, Streptokokken, Pneumokokken oder Pseudomonas verursacht. Es kommt meist zu einer eitrigen Rötung der Bindehaut. Eine Sonderform der bakteriellen Bindehautentzündung ist z. B. die Neugeborenen-Konjunktivitis (meist durch Chlamydien oder Gonokokken).Hornhautentzündung und HornhautgeschwürDie bakterielle Entzündung der Hornhaut (bakterielle Keratitis) kann z. B. durch Tragen verunreinigter Kontaktlinsen, durch Hornhautverletzungen oder durch Entzündungen in der Umgebung entstehen. Erreger dieser Infektion sind häufig Streptokokken und Pneumokokken, aber auch viele andere Bakterien können eine Hornhautentzündung verursachen. Es kommt zu Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und einer Bindehautrötung. Es kann ein Hornhautgeschwür (Ulcus corneae) entstehen, das im Extremfall durchbrechen kann, so dass die Vorderkammer eröffnet ist und das Auge so stark geschädigt wird, dass es eventuell nicht mehr funktionstüchtig ist oder entfernt werden muss.Entzündung der GefäßhautDie Gefäßhautentzündung wird unterschieden in die Regenbogenhautentzündung (Iritis) und die Aderhautentzündung (Chorioiditis), die auch beide kombiniert vorkommen können. Die Iritis wird nur selten durch Bakterien verursacht, bei der Chorioiditis kommen unter anderem Tuberkulose und Syphilis in Frage. Es kann zur Sehverschlechterung, zu Schmerzen und dauerhaften Schäden kommen.Entzündung im AugeninnerenEine Entzündung durch Bakterien im Auge (Endophthalmitis) ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung, die vor allem durch Eröffnung des Augapfels entstehen kann, z. B. nach Verletzungen oder Operationen. Der Erreger kann auch durch die Blutbahn aus Entzündungen anderer Körperbereiche in das Augeninnere gelangen. Die Endophthalmitis kann zum Absterben von Gewebe, somit zur Blindheit oder zum Verlust des Auges führen.Entzündung in der AugenhöhleAuch in der Augenhöhle kann sich außerhalb des Augapfels eine Infektion ergeben (Orbitaphlegmone). Diese ist oft durch Infektionen in der Umgebung bedingt. Es kommt zur schmerzhaften Lidschwellung. Die Orbitaphlegmone kann selbst wieder in umgebende Strukturen eindringen.LidabszessEin Abszess ist eine abgekapselte eitrige Entzündung, die auch in der Umgebung des Auges vorkommen kann. Es kommt zu einer schmerzhaften Schwellung.GerstenkornEin Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine akute umschriebene Entzündung von Drüsen am Lid, die durch Staphylokokken verursacht ist. Das Gerstenkorn ist in aller Regel ungefährlich.Entzündung der TränendrüseEine Tränendrüsenentzündung (Dakryoadenitis) kann manchmal durch Staphylokokken oder Streptokokken bedingt sein. Die Tränendrüse ist geschwollen und schmerzhaft.Entzündung des TränensacksDie Tränensackentzündung (Dakryozystitis) ist eine schmerzhafte Verdickung des Tränensackes, die z. B. durch Pneumokokken verursacht wird.Diagnostik durch den AugenarztNeben den Grunduntersuchungen des Augenarztes (Patientenbefragung, Sehtest, Betrachtung des Auges, eventuell Augendruckmessung) erfolgt eine spezielle Diagnostik, um den Erreger der Entzündung herauszufinden. Meist wird beim Verdacht auf eine bakterielle Entzündung ein Abstrich genommen und in das Labor geschickt. Bei Entzündungen im Auge wird Material aus dem Glaskörperraum gewonnen und zur Untersuchung in das Labor gegeben. Auch eine Blutuntersuchung ist oft sinnvoll.Was geschieht im bakteriologischen Labor?Der Nachweis des Erregers kann auf mehreren Wegen erfolgen. Meist wird eine Bakterienkultur angelegt und der Krankheitserreger auf einem Nährmedium angezüchtet. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften kann das jeweilige Bakterium meist identifiziert werden. Zur schnellen Diagnostik eignet sich ein Ausstrich, bei dem die Bakterien unter dem Mikroskop bei genügender Anzahl vom erfahrenen Bakteriologen gesehen werden können. Des Weiteren gibt es noch andere Nachweismethoden für Bakterien.Es ist sinnvoll, ein Antibiogramm anzulegen, um herauszufinden, durch welche Antibiotika die jeweiligen Bakterien bekämpft werden können und gegen welche sie resistent sind.Behandlung von bakteriellen Infektionen am AugeBehandelt werden die meisten bakteriellen Entzündungen mit Antibiotika. Die antibiotischen Medikamente können als Augentropfen oder Augensalbe gegeben werden. Bei schweren Entzündungen werden sie zusätzlich in Tablettenform eingenommen oder als Infusion über eine Vene verabreicht.Vielfach muss bereits eine Therapie erfolgen, ohne dass der definitive Erreger bekannt ist. Hier werden dann Antibiotika gegeben, bei denen die besten Aussichten bestehen, dass sie die typischen Bakterien für das jeweilige Krankheitsbild bekämpfen können.Speziell werden bei der jeweiligen Erkrankung weitere Behandlungsformen durchgeführt. So wird beispielsweise beim Abszess eine Eröffnung des abgekapselten Eiterherdes vorgenommen, beim Gerstenkorn ist eine Rotlichtbestrahlung sinnvoll. Bei einer Endophthalmitis oder bei einer Tränensackentzündung wird z. B. operiert.Welche anderen Krankheitskeime kommen noch in der Augenheilkunde vor?Augeninfektionen können nicht nur durch Bakterien, sondern auch durch Viren (z. B. Herpes), Pilze (z. B. Candida) und Parasiten (z. B. Toxoplasma) verursacht sein. Des Weiteren können Entzündungen des Auges oder der umgebenden Strukturen allergischer Natur sein. Nicht selten ist auch eine so genannte Autoimmunerkrankung die Ursache für eine Entzündung, also eine Erkrankung, bei der körpereigene Zellen durch das Immunsystem angegriffen und geschädigt werden. In einigen Fällen wird auch keine Ursache für eine Entzündung gefunden.Für die jeweilige Entzündungsursache muss natürlich eine spezifisch darauf ausgerichtete Diagnostik und Therapie erfolgen. ...
Diabetes mellitus – GrundlagenDiabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) ist eine häufig auftretende Erkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel zu hoch ist. Definitionsgemäß liegt ein Diabetes mellitus vor, wenn der Blutzuckerwert bei nüchternem Zustand mehr als 126 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beträgt sowie nach Mahlzeiten oder Zuckergabe mehr als 200 Milligramm pro Deziliter.In der Medizin werden hauptsächlich zwei Arten von Diabetes unterschieden. Beim Typ-1-Diabetes sind Zellen zerstört, die normalerweise das Hormon Insulin herstellen (so genannte Beta-Zellen). Diabetes Typ 1 tritt häufig schon im Jugendalter auf. Beim Typ-2-Diabetes dagegen sprechen die Insulin herstellenden Zellen nicht mehr ausreichend auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel an, und es wird deshalb vermindert Insulin gebildet. Diabetes Typ 2 tritt in der Regel bei älteren Personen auf, besonders gefährdet sind Menschen mit Übergewicht. Insulin sorgt als Stoffwechselhormon hauptsächlich dafür, dass der Blutzucker (Glukose) von den Körperzellen aufgenommen wird und dort abgebaut wird. Daher wird durch das Insulin der Zuckergehalt im Blut abgesenkt.Durch Diabetes mellitus beziehungsweise einen erhöhten Blutzuckergehalt kann es längerfristig zu Schäden an vielen Körperteilen kommen. Auftreten können unter anderem Blutgefäßschäden (Diabetische Makroangiopathie und Mikroangiopathie), Nierenprobleme (Diabetische Nephropathie), Nervenbeeinträchtigungen (Diabetische Neuropathie) und Gewebeschäden am Fuß (Diabetisches Fußsyndrom). Des Weiteren kann es z. B. zum Herzinfarkt oder zum Schlaganfall kommen. Sehr häufig kommt es beim Diabetes zu Schäden am Auge.Diabetes am AugeDurch die Zuckerkrankheit können nahezu alle Gewebeanteile des Auges geschädigt werden, z. B. kann sich eine Linsentrübung (Katarakt, Grauer Star) oder eine Augendruckerhöhung (Glaukom, Grüner Star) ergeben. Die weitaus meisten Sehverschlechterungen beim Diabetes werden jedoch durch Netzhautschäden verursacht. Dieses Krankheitsbild wird Diabetische Retinopathie (DR, DRP) genannt. Es wird geschätzt, dass 90 % aller Diabetiker nach 20 Jahren an einer Retinopathie leiden. Die Krankheit kann zur Erblindung führen.Durch Veränderungen kleiner Gefäße kommt es bei der Diabetischen Retinopathie zum Sauerstoffmangel im Gewebe und zur Aussprossung neuer, brüchiger Gefäße. Es kann zur Wassereinlagerung (Ödem) in der Netzhaut kommen. Kleine und größere Blutungen können auftreten. Nach und nach kann die Netzhaut so geschädigt werden, dass es zu einer erheblichen Sehminderung oder zur Erblindung kommt. Meist wird über lange Zeit vom Patienten nichts bemerkt, daher sind Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig.Vorsorgeuntersuchungen der Augen bei ZuckerkrankheitUm die eventuelle Retinopathie möglichst frühzeitig zu erkennen, sollten Diabetiker in regelmäßigen Abständen durch den Augenarzt kontrolliert werden. Beim Typ-1-Diabetes reicht es, die augenärztliche Erstuntersuchung 5 Jahre nach der Feststellung des Diabetes durchzuführen. Beim Typ-2-Diabetes sollte direkt nach der Diagnose der Krankheit eine Augenuntersuchung erfolgen. Zeigt sich in der Erstuntersuchung keine Netzhautveränderung oder sonstige Augenveränderung durch Diabetes mellitus, so reicht es, in jährlichem Abstand die Augen zu kontrollieren. Sind jedoch bereits Schäden feststellbar, so müssen die Folgeuntersuchungen in geringeren Zeitabständen erfolgen. So müssen z. B. bei stark ausgeprägter Diabetischer Retinopathie oder bei schwangeren Diabetikerinnen vierteljährlich Kontrollen vorgenommen werden. Im Einzelnen werden die Zeiträume vom Augenarzt festgelegt. Welche Untersuchungen können am Auge durchgeführt werden?Im Vordergrund steht die Betrachtung des Augenhintergrundes (Fundus) unter Vergrößerung bei erweiterter Pupille. Der Augenarzt achtet dabei auf Veränderungen, die durch die Diabetische Retinopathie entstehen können, z. B. Gefäßneubildungen, Blutungen und Flüssigkeitseinlagerungen. Auch die Betrachtung des vorderen Augenabschnittes ist wichtig, da sich hier ebenfalls Veränderungen zeigen können, die durch den Diabetes entstehen und auf eine Diabetische Retinopathie hindeuten können.Ebenfalls aufschlussreich sind der Sehtest sowie der Amsler-Test, bei dem der Patient mit einem Auge auf Gitternetzlinien blickt und dort beschreibt, ob Verzerrtsehen, verschwommene Bereiche oder Gesichtsfeldausfälle vorhanden sind.Um das genaue Ausmaß der Erkrankung festzustellen und um herauszufinden, inwieweit eine Behandlung notwendig ist, muss oft eine Fluoreszenzangiographie (FLA, FAG) durchgeführt werden. Das ist eine Untersuchung, bei der mit einem in eine Vene eingespritzten Farbstoff die Gefäße des Augenhintergrundes dargestellt werden. Therapie der Diabetischen RetinopathieIn erster Linie ist es natürlich wichtig, eine Diabetische Retinopathie zu verhindern oder zumindest in ihrer Ausprägung einzudämmen. Je besser bei einem Diabetiker der Blutzucker eingestellt ist, um so weniger stark entwickelt sich die diabetische Netzhauterkrankung.Bei bereits vorhandener Diabetischer Retinopathie wird ab einer gewissen Ausprägung eine Lasertherapie vorgenommen. Dabei werden in bestimmten Bereichen der Netzhaut durch Laserstrahlen kleine Stellen verödet, um die weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.Darüber hinaus gibt es in speziellen Fällen weitere Therapiemöglichkeiten der Zuckerkrankheit am Auge. ...
Elektrophysiologische Untersuchung - AllgemeinesUnter dem Begriff der elektrophysiologischen Untersuchungen wird eine Gruppe von diagnostischen Methoden zusammengefasst. Diesen Vorgehensweisen ist gemeinsam, dass die Sehfunktion beziehungsweise die Weiterleitung der Sehinformation anhand von elektrischen Signalen überprüft wird, welche gezielt durch bestimmte Lichtreize hervorgehoben werden können. Die gängigen elektrophysiologischen Untersuchungen sind visuell evozierte Potentiale (VEP), das Elektroretinogramm (ERG) und das Elektrookulogramm (EOG). VEP = Visuell evozierte PotentialeMit diesem Test soll die Übertragung der aufgenommenen visuellen Informationen vom Auge bis zur Hirnrinde (Sehrinde) im Hinterkopfbereich geprüft werden. Dazu werden Elektroden am Hinterkopf befestigt, die die Impulse aus dem hinteren Hirnbereich aufzeichnen. Die Erhebung visuell evozierter Potentiale ist damit im Prinzip eine EEG-Untersuchung (Elektroenzephalogramm) mit besonderen auslösenden Reizen. Dem Patienten werden kurzzeitige Lichtreize präsentiert. Dies können z. B. Blitze sein oder Schachbrettmuster, die schnell hin und her wechseln, also dass die schwarzen Felder in schneller Folge zu weißen werden und umgekehrt. Die EEG-Wellen werden aufgezeichnet.Hierbei ergibt sich das Problem, dass in einer einzelnen Aufzeichnung die Erregung der Sehrinde nicht stark genug ist und von vielen anderen Impulsen im Gehirn überlagert wird. Wird jedoch vielmals ein solches visuell evoziertes Potential erhoben, so können die einzelnen gewonnenen Kurven übereinander gelegt werden. Da immer im gleichen zeitlichen Abstand nach dem Sehreiz die Erregungswelle der Sehrinde auftritt, wird diese umso höher, je mehr Kurven übereinander gelegt werden. Die normale Leitungsgeschwindigkeit, bis die Erregung die Sehrinde erreicht, beträgt um die 100 Millisekunden (0,1 Sekunde).Bei einem zeitlich verzögerten Auftreten der Welle oder bei einer Abschwächung liegt (sofern die Sehschärfe nicht deutlich herabgesetzt ist) eine Schädigung des Sehnervs oder der Nervenbahnen im Gehirn vor, die den Sehreiz weiterleiten. Deshalb wird die VEP-Untersuchung am häufigsten dann vorgenommen, wenn der Verdacht auf eine Sehnerventzündung (Neuritis nervi optici, Retrobulbärneuritis) besteht. ERG = ElektroretinogrammBeim Elektroretinogramm (ERG) wird die Reizantwort der Netzhaut auf eintreffendes Licht gemessen. Die Netzhaut ist die Schicht der Zellen im Auge, die das eintreffende Licht in elektrische Nervenimpulse umwandeln. Meist erfolgt ein so genanntes Helligkeits-ERG, also das ERG bei Setzen eines allgemeinen Lichtreizes. Dies kann in heller Umgebung (photopisch) oder im abgedunkelten Raum (skotopisch) vorgenommen werden. Weitere Möglichkeiten sind das Muster-ERG (meist mit Schachbrettmustern) und das multifokale (an verschiedenen Stellen der Netzhaut abgenommene) ERG. Die elektrischen Potentiale müssen auch hier von Elektroden aufgenommen werden. Dazu werden spezielle Ringelektroden, die sich innerhalb von Kontaktlinsen befinden, auf das Auge aufgesetzt. Die Gegenelektroden werden auf die Haut aufgesetzt. Nun kann die Messung der elektrischen Erregung bei den jeweiligen Lichtreizen erfolgen.Es ergibt sich durch die Messung ein spezifisches Wellenmuster. Wenn dieses abgeschwächt oder verzögert ist, liegt eine Erkrankung der Netzhaut vor. Im Wesentlichen können durch das Helligkeits-ERG zwei Erkrankungen diagnostiziert werden. Die eine davon ist die Erbkrankheit Retinopathia pigmentosa, die mit allmählicher Einengung des Gesichtsfelds bis hin zur Erblindung einhergeht. Die andere ist die Siderose, bei der es nach einer Verletzung mit einem Eisensplitter zu toxischen Netzhautschäden durch das Eisen kommt. Beim Muster-ERG können Schädigungen der inneren Netzhautschichten und des Sehnervs von anderen Erkrankungen unterschieden werden.EOG = ElektrookulogrammBeim Elektrookulogramm (EOG) macht man sich den Umstand zunutze, dass das Auge einen elektrischen Pluspol und einen Minuspol besitzt. Die vorne liegende Hornhaut ist positiver geladen im Vergleich zur Pigmentzellschicht der Netzhaut. Bei heller Umgebung ist der Unterschied der Ladung größer als in einer dunklen Umgebung. Das Verhältnis der Potentiale verändert sich wiederum bei bestimmten Netzhauterkrankungen.Zur Ableitung des EOG werden Elektroden in der Umgebung des Auges am Schläfenbereich auf die Haut gesetzt. Der Patient muss nun bestimmte Augenbewegungen zwischen zwei Lichtquellen durchführen, wozu der Untersucher die Anweisung gibt. Gemessen wird der Potentialunterschied bei dunkler und heller Umgebung, woraus eine Differenz gebildet wird. Normalerweise ergibt sich ein Quotient mit einem Wert über 1,8.Ist diese Differenz vermindert, so können Schäden an der Pigmentzellschicht der Netzhaut aufgezeigt werden, wie sie beispielsweise durch Medikamenteneinwirkung oder bei bestimmten Formen zugrundegehender Netzhautzellen (z. B. vitelliforme Makuladystrophie) entstehen. ...
Ganzheitliche Behandlung der AugenViele Diagnose- und Therapieformen der Alternativmedizin lassen sich auch am Auge anwenden oder sind speziell für die Augenheilkunde gedacht. Zu den Maßnahmen, die als ganzheitlich zusammengefasst werden, gehören unter anderem Elemente aus der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) sowie speziell Akupunktur, Naturheilkunde oder Homöopathie.Ganzheitlicher Ansatz – was bedeutet das?Ganzheitlich heißt in der Medizin, dass der Körper nicht als losgelöst, sondern in einer Einheit mit Geist und Seele sowie auch der Umwelt angesehen wird. Ansätze für die alternative Medizin sagen daher aus, dass es oft nicht ausreicht, allein den Körper zu behandeln, sondern dass die anderen Elemente des Organismus eine ebenso große Rolle spielen. Ziel sollte es darüber hinaus nicht sein, Krankheiten zu behandeln, sondern es sollte verhindert werden, dass sie überhaupt entstehen.Welche wichtigen Zweige der Alternativmedizin spielen auch in der Augenheilkunde eine Rolle?Augenschule / AugentrainingDer amerikanische Augenarzt Dr. William Bates (1860 – 1931) begründete das Konzept, dass durch verschiedene Augenübungen eine Verbesserung der Sehfähigkeit erreicht werden kann. Heutzutage wird Augentraining vor allem vorgenommen, um eine Entspannung der Augen zu bewirken beziehungsweise Augenmüdigkeit, Kopfschmerzen, Brennen und Trockenheit der Augen einzudämmen. Einige ganzheitliche Augenmediziner meinen sogar, dass Fehlsichtigkeiten durch die Augenschulung verringert werden können. Es gibt einige Sehübungen, die auch im Alltag selbst durchgeführt werden können. Eine Übung im Sinne der Augenschule ist beispielsweise, das Auge abwechselnd Punkte in der Nähe und in der Ferne betrachten zu lassen. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)Die traditionelle chinesische Medizin besteht im Wesentlichen aus Konzepten, die schon vor Jahrtausenden in Fernost bekannt waren. Neben der ganzheitlichen Betrachtung des Organismus spielt vor allem die so genannte Lebensenergie Qi eine Rolle, die in bestimmten Leitungsbahnen (Meridiane) durch den menschlichen Körper fließt. Krankheiten (z. B. auch Augenerkrankungen) entstehen nach Ansicht der TCM dann, wenn der Energiefluss aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Die Energie kann beispielsweise durch bestimmte Bewegungs- und Entspannungsübungen wieder harmonisiert werden (Qi Gong). Des Weiteren geht es in der TCM um das Prinzip des Yin und Yang (Tai Chi). Yin und Yang sind die Gegensätze (z. B. kalt – warm, passiv - aktiv), die sich in einem gesunden Organismus im Gleichgewicht befinden sollten.AkupunkturAkupunktur gehört ebenfalls zu den Methoden der traditionellen fernöstlichen Heilkunde. Nadeln werden gezielt in Hautpunkte eingestochen, um die Lebensenergie wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Auch in der Nähe des Auges befinden sich solche Einstichpunkte für die Akupunktur. Um eine Wirkung auf die Augen zu erzielen, werden jedoch auch oft Nadeln an ganz anderen Körperstellen eingestochen. Varianten der Augenakupunktur wirken auf ganz ähnliche Weise, dazu gehören Akupressur (gezielter Fingerdruck an den Stellen), Elektroakupunktur und viele weitere Methoden.Naturmedizin: HeilkräuterAus der Naturheilkunde sind viele Kräuter bekannt, die eine heilende Wirkung auf den Organismus besitzen (Phytotherapie). Speziell am Auge werden unter anderem Augentrost (Euphrasia) und Fenchel (Foeniculum vulgare) angewendet. Diese können von außen als Kräuterauflage ihre Wirkung entfalten.HomöopathieDie Homöopathie ist eine Lehre, die vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843) begründet wurde. Das Prinzip der Homöopathie ist es, einen eigentlich schädlichen Stoff so stark zu verdünnen (Potenzierung), dass sich die Wirkung in das Gegenteil umkehrt. Das verdünnte Präparat kann dann als Medikament angewendet werden.Ernährung und NahrungsergänzungDie Ernährung spielt eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden und die Gesundheit auch des Auges. Einige Nahrungsmittel (z. B. Spinat, Broccoli, Karotten) enthalten wichtige Vitamine und andere Stoffe, die für ein gesundes Auge von Bedeutung sind. Als Nahrungsergänzung kann unter anderem Lutein eingenommen werden. Lutein hat nach Ansicht einiger Augenärzte einen positiven Effekt auf die Sehkraft und kann ein altersbedingtes Zugrundegehen der Netzhautmitte (altersbedingte Makuladegeneration, AMD) eindämmen.Weitere Ansätze der alternativen AugenheilkundeAuch viele andere Methoden aus der Alternativmedizin können zur Behandlung und Vorbeugung von Augenkrankheiten dienen. Zu diesen Verfahren gehören z. B. Sauerstofftherapie, Bioresonanz, Hypnose, Bachblütentherapie und Psychosomatik.Das Auge als Diagnosehilfe in der Alternativmedizin: IrisdiagnostikBei der Irisdiagnose (Iridologie) betrachtet der Untersucher die Regenbogenhaut des Auges (Iris), um Rückschlüsse auf vorhandene und bevorstehende Krankheiten des gesamten Körpers ziehen zu können. So werden Vertiefungen, Waben, helle und dunkle Flecken beurteilt, um Hinweise auf Erkrankungen des Patienten zu erhalten.Erfolgsaussichten und Kritik an den AnsätzenDie meisten der Verfahren der ganzheitlichen Augenheilkunde besitzen keine durch die Schulmedizin nachgewiesene Wirksamkeit. Dennoch können sie für viele Patienten einen Nutzen bedeuten, insbesondere zur Vorbeugung von Augenkrankheiten und zur Therapie bei Versagen von Methoden aus der wissenschaftlichen Medizin. Bei schweren Erkrankungen sollte allerdings auf Maßnahmen der Schulmedizin nicht verzichtet werden, hier können die alternativen Methoden aber zusätzlich sinnvoll sein. ...
Was bedeutet Glaukom?Das Glaukom ist eine Augenerkrankung, die auch Grüner Star genannt wird. Weil ein verhältnismäßig zu hoher Augeninnendruck vorliegt, kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs mit der Gefahr einer allmählichen Gesichtsfeldeinschränkung bis hin zur Erblindung. Es wird geschätzt, dass in Deutschland drei Millionen Menschen leben, die an einem Glaukom leiden beziehungsweise einen erhöhten Augendruck haben. Durch eine effiziente Vorsorge und Betreuung lassen sich Schäden beziehungsweise ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern, da ein Glaukom mit den richtigen Untersuchungen nahezu sicher erkannt werden kann.Beim weitaus häufigsten Glaukom (mehr als 90 % der Fälle), dem primären Offenwinkelglaukom, ist der Druck des Kammerwassers in der Vorderkammer des Auges zu hoch, als dass der Sehnerv diesen ohne Schäden ertragen kann. In aller Regel ist der Augendruck deshalb erhöht, weil der Abfluss des Kammerwassers gestört ist. Der Grund sind nach heutiger wissenschaftlicher Auffassung winzig kleine Ablagerungen im Maschenwerk des Kammerwinkels, durch das die Kammerflüssigkeit nach außen in das Venensystem gelangt. Heimtückisch ist, dass das Offenwinkelglaukom zunächst keine Symptome verursacht, aber sich dennoch schon Schäden entwickeln. Die Glaukomvorsorge und Glaukomkontrolle richtet sich hauptsächlich an Patienten mit dieser Glaukomform beziehungsweise mit einem Risiko, daran zu erkranken. Es gibt noch weitere Formen von Glaukomen, z. B. den Glaukomanfall mit akuter starker Augendruckerhöhung und rascher Schädigung des Sehnervs innerhalb von Stunden bis Tagen. Ebenfalls kommen Glaukome vor, die als Folgeerscheinung anderer Erkrankungen entstehen (Sekundärglaukom). GlaukomvorsorgeMenschen, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, an einem Glaukom zu erkranken, sollten zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Eine erhöhte Gefahr für die Entwicklung der Krankheit besteht unter anderem bei einem Lebensalter ab 40 Jahren, bei an Glaukom erkrankten Blutsverwandten, hoher Kurzsichtigkeit, zu geringem Blutdruck sowie bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Des Weiteren haben Menschen ein erhöhtes Glaukomrisiko, die bestimmte Arzneimittel längerfristig einnehmen, z. B. Cortison. Es wird allen diesen Risikopatienten empfohlen, zumindest jedes Jahr zum Augenarzt zur Glaukom-Früherkennung zu gehen.GlaukomkontrolleLiegt bereits ein Grüner Star vor, so ist in bestimmten Zeitabständen eine Kontrolle notwendig. Die Termine werden vom Augenarzt festgelegt. Die Zeitabstände richten sich nach der Art und der Schwere des Glaukoms. Möglichkeiten spezieller Untersuchungen zur GlaukomdiagnostikAugendruckmessungDie Augendruckbestimmung (Tonometrie) ist ein sehr wichtiges Kriterium zur Diagnose des Glaukoms, weil in der überwiegenden Anzahl der Fälle ein erhöhter Augeninnendruck vorliegt und dies auch mit dem Ausmaß der Schädigung im Zusammenhang steht. Es gibt verschiedene Methoden zur Druckmessung, z. B. die Goldmann-Applanationstonometrie, die Messung durch Luftstoß und die Schiötz-Tonometrie.DruckprofilDie Augendruckmessung kann mehrfach am Tag zu bestimmten Zeiten durchgeführt werden (Tagesdruckprofil), um die Kontrolle nicht vom einzelnen Moment abhängig zu machen und Augentropfen für Glaukompatienten besser einstellen zu können.Betrachtung des Sehnervenkopfs (Papille)Bei der Betrachtung des Augenhintergrundes wird beurteilt, ob und wie stark der Sehnervenkopf ausgehöhlt ist.GesichtsfelduntersuchungEin Gesichtsfeld wird erhoben, da es beim Glaukom zu fortschreitenden Gesichtsfeldausfällen kommt.Betrachtung des Augen-VorderabschnittesAn der Spaltlampe (Betrachtungsgerät in der Augenarztpraxis) können manchmal Veränderungen gesehen werden, die mit dem Glaukom in Zusammenhang stehen.KontaktglasuntersuchungAuf die Hornhaut wird ein spezielles Kontaktglas aufgesetzt, um den Kammerwinkel der Augenvorderkammer beurteilen zu können.Papillentomographie (HRT)Das ist eine Untersuchung, bei der mit einem Laser der Sehnervenkopf dreidimensional vermessen werden kann. OCTDie Optische Kohärenz-Tomographie dient ebenfalls der Vermessung des Sehnervenkopfes. Es wird mit Lasertechnik ein Schnittbild angefertigt.Nerve fiber analyzerDie Dicke der Nervenfaserschicht um den Sehnervenkopf herum wird analysiert, da diese Nervenfasern ebenfalls beim Glaukom allmählich zugrunde gehen.ERGBeim Elektroretinogramm (ERG) können Störungen der elektrischen Aktivität der Netzhaut schon zu einem frühen Zeitpunkt festgestellt werden.Untersuchung des Blutflusses am SehnervenkopfDies ist mit verschiedenen Methoden möglich.Hinweis zur KostenbeteiligungViele der Untersuchungen werden von den Krankenversicherungen nicht übernommen. In der Regel werden notwendige Untersuchungen bezahlt, wenn bereits ein Grüner Star bekannt ist. Kosten für Untersuchungen, die nur der Vorsorge dienen, muss der Patient jedoch meist selbst tragen. Hier sollte er sich vorher bei der Krankenkasse informieren, inwieweit eine Kostenübernahme möglich ist.TherapieBei einem vorliegenden Glaukom kann die Therapie durch Medikamente (Augentropfen) erfolgen, die bei den Untersuchungen immer wieder neu eingestellt werden können. Bei schweren Fällen können verschiedene Operationen durchgeführt werden. ...
Grundlagen zur Begutachtung / Gutachten durch den AugenarztAus verschiedenem Anlass kann eine Begutachtung der Augen durch einen Augenarzt notwendig sein. Dazu gehören unter anderem Unfälle mit Augenschäden, Führerscheinuntersuchungen sowie andere Tauglichkeitsuntersuchungen. Meist wird durch ein augenärztliches Gutachten der Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) oder die Frage der Eignung für bestimmte Aufgaben (Berufe, Führerschein) geklärt. Für Gutachten ist immer ein Facharzt für Augenheilkunde verantwortlich.Welche wichtigen Untersuchungen werden bei einem Gutachten durchgeführt?Bei einem Gutachten steht meist die Funktion des Auges im Vordergrund. Daher wird ein gründlicher Sehtest durchgeführt. Das Gesichtsfeld wird untersucht. Wichtig ist ebenfalls, dass die Beweglichkeit der Augen und das Zusammenspiel (mögliche Doppelbilder) überprüft wird. Des Weiteren werden die Augen unter Vergrößerung genau betrachtet. Die Bewegung der Pupillen auf Lichtreize wird getestet. Für die Beurteilung des Augenhintergrundes ist meist eine Pupillenerweiterung durch Augentropfen notwendig. Bei einigen Erkrankungen sind weitere Untersuchungen der Augen erforderlich.Da bei einem Gutachten genaue Aussagen getroffen werden müssen, für die bei jedem Patienten die gleichen Kriterien gelten, gibt es standardmäßige Vorgaben bei den Untersuchungsmethoden. Beim Sehtest sind z. B. die Sehzeichen, die Entfernung der Prüftafel (5 m), die Lichtverhältnisse und der Kontrast vorgegeben. Eine Gesichtsfelduntersuchung erfolgt immer mit dem so genannten Goldmann-Gesichtsfeld bei genau definierter Punkthelligkeit und Punktgröße.EignungsgutachtenEignungsgutachten können einerseits vor der Einstellung in einen bestimmten Beruf gefordert werden, andererseits zur Prüfung der Tauglichkeit z. B. für ein Verkehrsmittel notwendig sein.Einstellungsuntersuchungen sind beispielsweise bei der Polizei notwendig. Hier gibt es z. B. bestimmte Mindestanforderungen für die Sehkraft beziehungsweise Werte der Brillenstärke, die nicht überschritten werden dürfen. Auch bei Soldaten der Bundeswehr spielt dies eine Rolle.Untersuchungen der Augen müssen oft vorgenommen werden, um eine Eignung zum Steuern von Verkehrsmitteln festzustellen. Dies betrifft z. B. Kraftfahrzeuge (Autos / PKW, LKW, Bus, Motorrad), Luftfahrzeuge (Flugzeug, Hubschrauber), Boote sowie Züge. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Beförderung von Personen gerichtet. Zur Fahrgastbeförderung (Taxi, Bus etc.) gibt es strengere Richtlinien der Fahreignung als beim normalen Führerschein. Eine Rolle spielen unter anderem die Sehschärfe beider Augen, das Gesichtsfeld, das Dämmerungssehen sowie einige weitere Faktoren.SchadensgutachtenBei einem Schaden am Auge wird begutachtet, durch welche Ursache dieser entstanden ist und ob eine Einschränkung für das Alltagsleben vorliegt. Dies gliedert sich auf in Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) und Minderung der Gebrauchsfähigkeit (MdE).Minderung der Erwerbsfähigkeit beschreibt den Umstand, dass eine Person einen Schaden an einem Organ (hier: Auge) hat, so dass eine berufliche Tätigkeit nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit wird für die gesetzliche Unfallversicherung bestimmt.Minderung der Gebrauchsfähigkeit beschreibt, dass die Funktion des Organs (Auge) eingeschränkt ist. Dies spielt für die private Unfallversicherung eine Rolle.Um die Einschränkungen genau festzustellen und vergleichen zu können, gibt es Tabellen, auf denen die Prozentangaben für die Sehschärfe beider Augen aufgeführt sind. Verminderte Beweglichkeit der Augen, vorhandene Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle und weitere Faktoren fließen ebenfalls mit in die Minderung der Gebrauchs- oder Erwerbsfähigkeit ein.RentengutachtenEin Rentengutachten wird vorgenommen, um eine Erwerbsunfähigkeit oder eine Berufsunfähigkeit festzustellen. Im Gegensatz zur Erwerbsunfähigkeit beschreibt die Berufsunfähigkeit nur, dass der Betroffene in seinem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten kann, für andere Tätigkeiten jedoch geeignet sein kann.Berufskrankheiten am AugeBei Berufskrankheiten handelt es sich um längerfristige Schäden, die durch die Ausübung einer Tätigkeit entstehen. Dazu gehören Schäden, die durch Gifteinwirkung entstehen, z. B. durch Arsen, Blei, Benzol, Thallium und weitere Substanzen. Linsentrübungen (Katarakt) durch Strahleneinwirkung (Infrarot, Röntgen) gehören ebenso zu den Berufskrankheiten am Auge. Auch hier müssen Gutachten für die gesetzliche Unfallversicherung angefertigt werden. ...
Besonderheiten der Untersuchung beim KindEin Kind beim Augenarzt ist nicht einfach ein kleiner Erwachsener. Es gibt viele Besonderheiten, die der Arzt bei der Untersuchung und Behandlung beachten muss. Dies wird unter dem Begriff Kinderaugenheilkunde (in der Fachsprache: Kinderophthalmologie) zusammengefasst.Kinder lassen sich oft nur schwierig untersuchen. Wie gut sie beim Augenarzt mitmachen, ist einerseits bei jedem Kind unterschiedlich, hängt aber auch vom Verhalten des Arztes und des Personals ab. Wichtig ist ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Arzt und dem kleinen Patient. Die Eltern (beziehungsweise eine Bezugsperson) sollten anwesend sein.Ein Sehtest ist bei kleinen Kindern auf herkömmliche Weise nicht möglich. Hier werden statt Buchstaben oder Zahlen einfache Symbole vorgeführt (z. B. Bilder, zu einer bestimmten Seite ausgerichtete E-Haken). Bei Säuglingen, bei denen dies natürlich ebenfalls nicht möglich ist, können Karten mit Streifen auf einer Seite gezeigt werden. Werden die Streifen erkannt, so schaut das Kind eher auf diese als auf die andere Seite (englisch: preferential looking).Der Augenarzt betrachtet das Auge, soweit dies möglich ist. Der Vorderabschnitt und teilweise auch der Augenhintergrund können schon beim Säugling grob beurteilt werden. Die normale Augenbewegung kann gut getestet werden. Falls ein Auge schlecht sieht, kann dies durch Abdeckung des besseren Auge erahnt werden, da das Kind dann protestiert.Ist die Untersuchung auf herkömmliche Weise nicht ausreichend, so muss gegebenenfalls eine Untersuchung in Narkose erfolgen. Hier können dann auch spezielle Untersuchungen vorgenommen werden, z. B. die Augendruckmessung.Welche Erkrankungen der Augen sind im Kindesalter häufig?Das Spektrum der Erkrankungen, die bei Kindern an den Augen auftreten, unterscheidet sich von den typischen Erkrankungen der Erwachsenen. In der Kinderophthalmologie (Kinderaugenheilkunde) häufig sind folgende Problematiken:Schielen Beim Schielen liegt eine Abweichung der Augenstellung von der Sehachse des anderen Auges vor. Schielen muss behandelt werden, um eine dauerhafte Sehverschlechterung eines Auges zu verhindern (Schwachsichtigkeit, Amblyopie).Amblyopie (Schwachsichtigkeit)Die Amblyopie entsteht dann, wenn der Seheindruck eines Auges vom Gehirn ausgeschaltet wird (z. B. beim Schielen) oder das Sehen nicht ausreichend erlernt wird.Fehlsichtigkeit Zu den Fehlsichtigkeiten gehören Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit sowie Stabsichtigkeit (Hornhautverkrümmung). Fehlsichtigkeiten können durch eine Brille ausgeglichen werden.Angeborener TränenwegsverschlussIn der Regel ist dabei eine Membran im ableitenden Tränenwegssystem nicht zurückgebildet worden. Der Tränenwegsverschluss kann durch eine Tränenwegsspülung oder -sondierung oder durch eine Operation behoben werden.RetinoblastomDas Retinoblastom ist ein kindlicher bösartiger Tumor, der aus Zellen der Netzhaut am Augenhintergrund entsteht. Ein weißliches Leuchten der Pupille kann auffällig werden.Frühgeborenen-Retinopathie Die Frühgeborenen-Retinopathie ist eine Netzhautschädigung, die durch eine Frühgeburt des Kindes verursacht wird.Augendruckerhöhung (Kindliches Glaukom)Es handelt sich um eine meist angeborene Erhöhung des Augeninnendrucks (Grüner Star), durch die eine allmähliche Schädigung des Auges entsteht. Ein betroffenes Auge sieht oft besonders groß aus.Die Sehschule eine wichtige Einrichtung beim KinderaugenarztEinen zentralen Stellenwert in der Kinderophthalmologie nimmt die Sehschule ein. Dort werden insbesondere schielende Kinder untersucht und behandelt. Des Weiteren wird möglichst jedes Kind einmal in der Sehschule untersucht, um Augenerkrankungen und Sehschwächen erkennen zu können. Früherkennung ist sehr wichtig, um spätere Schäden zu verhindern. Eine ausgebildete Fachkraft in der Sehschule heißt Orthoptist beziehungsweise Orthoptistin.Eine sich entwickelnde Schwachsichtigkeit (Amblyopie), z. B. durch Schielen, wird in der Sehschule durch Abdeckung (Okklusion) eines oder abwechselnd beider Augen mit einem Pflaster (Okklusionspflaster) behandelt. Schielen kann auch durch eine Prismenbrille ausgeglichen werden, da die Lichtstrahlen in dem eingearbeiteten Prisma so abgelenkt werden, dass die Bilder vom Gehirn wieder zusammengefügt werden können. Verschwindet das Schielen nicht, so erfolgt eine Schieloperation, bei der die Augenstellung (z. B. durch Verkürzung von Augenmuskeln) verbessert wird. ...
Was bedeutet Sehschule?In einer so genannten Sehschule werden vor allem Kinder, die schielen, untersucht und behandelt. Daneben werden in der Sehschule aber auch schielende Erwachsene und Menschen mit anderen Sehfehlern betreut. Kinder werden auch vorbeugend untersucht, um Sehprobleme erkennen zu können. Meist ist eine Sehschule ein Teil einer Augenklinik oder Augenarztpraxis. Die Fachkräfte, die neben dem Augenarzt in der Sehschule tätig sind, nennt man Orthoptisten (beziehungsweise Orthoptistinnen).Warum heißt diese Einrichtung Sehschule?Früher fand in der Sehschule durch den Orthoptist beziehungsweise durch die Orthoptistin eine regelrechte Schulung des Sehens statt, welche oft stundenlange Übungen beinhaltete. Dieses langwierige Augentraining ist heute aufgrund der modernen Methoden nicht mehr notwendig. Da der Begriff Sehschule nicht geschützt ist, werden oft auch andere Einrichtungen so genannt, z. B. Augenschulen, die ein Augentraining anbieten. Im eigentlichen Sinne ist mit Sehschule jedoch die Untersuchungseinheit der Orthoptik gemeint.Welche Menschen sollten wann in der Sehschule untersucht werden?Die Sehschule dient insbesondere der Früherkennung von Augenproblemen und der Behandlung bereits erkannter Sehstörungen. Kinder sollten bis zum 2. Lebensjahr durch die Sehschule untersucht werden, damit eine rechtzeitige Behandlung eventueller Sehprobleme erfolgen kann. Kinder, bei denen in der Blutsverwandschaft Fälle von Schielen, höherer Fehlsichtigkeit, Schwachsichtigkeit und andere Augenfehler vorhanden sind, haben ein größeres Risiko, ebenfalls solche Krankheiten zu entwickeln. Sie werden deshalb oft bereits im Alter von 3 Monaten untersucht. Kinder mit merklichen Auffälligkeiten an den Augen sollten bald in der Sehschule vorgestellt werden, z. B. bei Trübungen oder Aufhellungen, besonders großen Augen, Augenzittern oder hängenden Augenlidern.Menschen aller Altersgruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) sollten dann durch die Sehschule untersucht werden, wenn sie schielen oder unter Doppelbildern leiden. Des Weiteren sollte die Orthoptistin oder der Orthoptist Personen untersuchen, die an unklarer Sehschwäche leiden. Wie entwickelt sich das Sehen bei einem Kind?Ein normales, scharfes Sehen ist nach der Geburt noch nicht vorhanden, sondern muss vom Kind erst regelrecht erlernt werden. Dieser Vorgang ist im ersten Lebensjahr am stärksten ausgeprägt und mit etwa sechs Jahren abgeschlossen. Beide Augen müssen so koordiniert werden, dass sie auf denselben Punkt schauen. Ein räumliches Bild muss im Gehirn zusammengesetzt werden. Schon bei kleinen Fehlstellungen oder bei stärkerer Fehlsichtigkeit eines Auges ist dies nicht mehr möglich, und es besteht die Gefahr einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie).Woran erkennt man ein schlechtes Sehen bei einem Kind?Bei manchen Kindern ist ein Schielen (Strabismus) oder ein Zittern der Augen (Nystagmus) deutlich von außen erkennbar. Weniger auffällige Zeichen für Sehprobleme können Zukneifen eines oder beider Augen, Blinzeln, Reiben an den Augen, Augentränen, nahes Herantreten an Gegenstände, Stolpern und Ungeschicklichkeit sowie Kopfschiefhaltung sein. Später können Lese- oder Rechtschreibprobleme vorliegen. Das Kind kann über Kopfschmerzen, Brennen an den Augen, Doppelbilder, Blendung oder eine verschwommene Sicht klagen. Außerdem können Konzentrationsstörungen, Unruhe und Aggressivität unter anderem auch auf Augenprobleme hinweisen.Welche Sehstörungen können vorliegen?In der Mehrzahl der Fälle, bei denen Kinder schlecht sehen können, liegt eine Fehlsichtigkeit vor. Zu den Fehlsichtigkeiten gehören Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Stabsichtigkeit (so genannte Hornhautverkrümmung). Bei Kurzsichtigkeit sieht der Patient in der Ferne unscharf, bei Weitsichtigkeit ist es umgekehrt. Bei Stabsichtigkeit ist das Bild mehr oder weniger strichförmig verzerrt. Fehlsichtigkeiten können durch eine Brille ausgeglichen werden, so dass der Patient wieder die volle Sehschärfe erreicht, sofern keine weiteren Augenerkrankungen vorliegen.Des Weiteren kann beim Kind Schielen vorliegen, also eine Abweichung der Augenstellung von der normalen Sehachse. Schielen zu behandeln, ist das hauptsächliche Anliegen der Sehschule. Das Schielen kann von außen sichtbar sein (manifestes Schielen, Strabismus) oder für andere Personen unmerklich sein (latentes Schielen, Mikrostrabismus).Ebenfalls können selbstverständlich organische Augenerkrankungen, die nicht durch eine Brille ausgeglichen werden können, zu einem schlechten Sehen führen. Dazu gehören z. B. kindlicher Grauer Star (Katarakt, Linsentrübung), Grüner Star (Glaukom, Augendruckerhöhung) und Erkrankungen der Netzhaut (Augenhintergrund).Alle Fälle von schlechtem Sehen beim Kind können zur unwiederbringlichen Herabsetzung der Sehschärfe führen, da das Auge das Sehen nicht lernt beziehungsweise es verlernt. Dies wird dann als Schwachsichtigkeit (Amblyopie) bezeichnet. Beim Schielen entsteht dies z. B. dadurch, dass Doppelbilder vom Gehirn ausgeschaltet werden, indem der Sehreiz eines der Augen unterdrückt wird. Eine Sehschwäche kann zu starken Nachteilen in der Entwicklung des Kindes führen. Schwachsichtigkeit soll durch die Maßnahmen der Sehschule verhindert werden, damit ein räumliches und scharfes Sehen möglich ist.Wie gestaltet sich die Untersuchung durch den Orthoptist / die Orthoptistin?Anfangs wird genau bestimmt, welche Brillenkorrektur für jedes einzelne Auge optimal ist. Dazu wird, wenn möglich, ein Sehtest vorgenommen, aber auch eine spezielle Untersuchung namens Skiaskopie durchgeführt (Schattenprobe der Netzhaut). Eine Erweiterung der Pupillen ist für diesen Untersuchungsgang notwendig, auch um die Linse ruhig zu stellen und so ein genaueres Ergebnis zu erhalten. Es erfolgen auch Untersuchungen zum Schielen (Bestimmung des Schielwinkels), zu Augenbewegungsstörungen sowie zum Augenzittern (Nystagmus). Vom Augenarzt wird darüber hinaus überprüft, ob organische Augenkrankheiten vorliegen.Nach Anpassung der Brille muss diese für einige Wochen getragen werden. Dann erfolgt ein weiterer Sehtest. Falls die Sehschärfe eines oder beider Augen weiterhin schlecht ist, muss eine orthoptische Behandlung erfolgen.Welche Möglichkeiten der Behandlung durch die Sehschule gibt es?Bei einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) erfolgt in der Regel eine Behandlung mit einem Pflaster (Okklusionspflaster), das in unterschiedlichen Abständen entweder nur auf das eine oder abwechselnd auf beide Augen geklebt wird (Okklusion, Okklusionsbehandlung). Dadurch wird jedes Auge trainiert, scharf zu sehen.Schielen kann durch Brillengläser mit eingearbeitetem Prisma ausgeglichen werden. Ein Prisma knickt die einfallenden Lichtstrahlen so ab, dass das Bild auf beiden Augen vom Gehirn wieder zusammengebracht werden kann.Wenn die Fehlstellung längerfristig nicht verschwindet, so muss eine Schieloperation erfolgen. Diese wird von Augenärzten durchgeführt. Die Stellung der Augen wird dabei z. B. durch Verkürzung von Augenmuskeln so verändert, dass der Patient mit beiden Augen wieder gleichsinnig sieht. ...
Einleitung Serologie und Blutuntersuchungen in der AugenmedizinDie Serologie ist ein Teilgebiet der diagnostischen Medizin. Die Serologie befasst sich im engeren Sinne mit Veränderungen im Blutserum, der Blutflüssigkeit außerhalb der Zellen, und deren Feststellung durch Antikörper-Reaktionen. Neben serologischen Nachweisen sind in der Augenheilkunde auch einige andere Blutuntersuchungen von Bedeutung.Was ist Serologie?In der Serologie geht es vorrangig um Reaktionen, die zwischen Antikörpern und den Substanzen, gegen die die Antikörper gerichtet sind, nämlich den Antigenen, ablaufen. Mit Hilfe solcher Antigen-Antikörper-Reaktionen lassen sich im Labor bestimmte Stoffe, Krankheitserreger oder auch vom Körper gebildete Antikörper selbst nachweisen.In der Augenheilkunde lassen sich mit der Serologie einige Krankheiten bestimmen. Im Blutserum können spezifische Antikörper gegen Krankheitserreger, z. B. Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten, festgestellt werden. Dies hat einen Nutzen zur Diagnose bei Augenerkrankungen, die durch diese Erreger verursacht werden können.Ebenfalls gibt es verschiedene Erkrankungen, die mit einer Entzündung im Augeninneren einhergehen, ohne dass ein Krankheitskeim dafür verantwortlich ist. Insbesondere handelt es sich um das Krankheitsbild der Uveitis, der Entzündung der Gefäßhaut im Auge. Die Uveitis lässt sich hauptsächlich in eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis, Iridozyklitis) und eine Entzündung der Aderhaut (Chorioiditis, Chorioretinitis) aufteilen, welche häufig auch zusammen vorkommen. Neben einigen Infektionskrankheiten ist die Ursache einer Gefäßhautentzündung meist eine auch andere Körperteile betreffende rheumatische Erkrankung oder Erkrankung des Abwehrsystems. Möglichkeiten, bei denen eine Uveitis auftreten kann, sind unter anderem:Juvenile Arthritis, eine chronische Rheumaerkrankung mit Entzündung der Gelenke im Kindes- und JugendalterMorbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), rheumatische Gelenkversteifung vor allem in der WirbelsäuleMorbus Behçet, eine Erkrankung mit Aphthen im Mund und am Genitale und Überempfindlichkeit der HautMorbus Reiter, ein Krankheitsbild mit Gelenkentzündung (Arthritis) und Harnröhrenentzündung (Urethritis)Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)Sarkoidose, eine Erkrankung von Lunge und anderen Organen mit Bildung von Entzündungsknoten (Granulome)Interstitielle Nephritis, eine spezielle Form der NierenentzündungMultiple Sklerose, eine meist schubweise Erkrankung des zentralen NervensystemsVielfach lassen sich durch die Serologie spezifische Antigene beziehungsweise Antikörper nachweisen, die auf eine Erkrankung hindeuten oder diese bestätigen.Untersuchungen im Rahmen der SerologieIn der Serologie können einige Tests vorgenommen werden, dazu gehören beispielsweise:AgglutinationDabei wird versucht, z. B. Antikörper und Antigen zum Verklumpen zu bringen, womit entweder das Antigen oder der dazugehörige Antikörper festgestellt werden kann.Komplementbindungsreaktion (KBR)Hierbei wird die Bindung von Antigen und Antikörper mit Hilfe des Komplementsystems, eines Nebensystems der Immunabwehr, nachgewiesen.ImmunhistochemieDabei wird eine Antikörper-Antigen-Reaktion durch einen Farbstoff nachgewiesen.ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay)ELISA ist eine moderne, spezielle Methode zum Nachweis bestimmter Stoffe mittels Antikörpern. Die Auswertung erfolgt meist durch eine Farbreaktion.Neben diesen Tests sind viele weitere Nachweismethoden für bestimmte Stoffe durch die Serologie entwickelt worden.Weitere Blutuntersuchungen in der AugenmedizinIn der Augenheilkunde haben in einigen Fällen auch andere Blutuntersuchungen eine Bedeutung. Eine Blutentnahme mit nachfolgender Blutuntersuchung ist vor allem vor Operationen wichtig, kann aber auch der Diagnose von Krankheiten dienen. Die Blutprobe wird meist aus einer Vene am Arm entnommen und dann in ein Labor geschickt. Die ermittelten Blutwerte werden dann wieder zurück an den Augenarzt beziehungsweise die Augenklinik geschickt.BlutgerinnungDie Gerinnungswerte zu bestimmen, ist wichtig vor Operationen, also auch vor Augenoperationen. Hierdurch kann festgestellt werden, ob das Blutungsrisiko erhöht ist und die Gerinnungswerte zunächst normalisiert werden müssen. Die beiden routinemäßig bestimmten Werte sind der Quick-Wert (INR) sowie die partielle Thromboplastinzeit (PTT).Blutwerte verschiedener SubstanzenBei der Blutuntersuchung kann der Gehalt des Blutes an unterschiedlichen Stoffen gemessen werden. Wichtig sind z. B. der Blutzucker bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Elektrolyte und Mineralien, Entzündungsparameter (z. B. CRP = C-reaktives Protein) sowie andere Substanzen, bei denen veränderte Werte auf Krankheiten hindeuten können.BlutbildBeim Blutbild wird die Menge und das Verhältnis der verschiedenen Blutzellen bestimmt, um einen Hinweis auf Krankheiten zu erhalten.BlutsenkungsgeschwindigkeitDie Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist eine weitere Untersuchung, bei der veränderte Werte z. B. auf Entzündungen hindeuten. In einem speziellen Röhrchen wird das Absinken der roten Blutkörperchen nach einer und nach zwei Stunden abgelesen. ...
Was ist Sportophthalmologie?Sportophthalmologie ist ein Zweig der Augenheilkunde und der Sportmedizin. Die Sportophthalmologie befasst sich mit Problemen der Augen beim Sport, z. B. Augenkrankheiten, sowie der Anpassung von Sehhilfen, die für den Sport geeignet sind. Für viele Sportarten ist ein optimales Sehen eine Grundvoraussetzung für Leistungen und Erfolge.Welche Probleme der Augen können bei Sportlern eine Rolle spielen?In erster Linie ist eine Herabsetzung der Sehschärfe bei der Ausübung von Sport hinderlich. Dies kann einerseits durch Fehlsichtigkeiten bedingt sein, die sich mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen korrigieren lassen, aber auch durch Krankheiten am Auge, z. B. Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star), Netzhautschäden und weitere Erkrankungen, sowie durch Unfälle.Gerade für Sportler ist nicht nur die Sehschärfe von Bedeutung, sondern ebenso auch das Gesichtsfeld, das räumliche Sehen, das Bewegungssehen sowie teilweise auch das Erkennen von Farben. Wie stark die Auswirkungen der Probleme in diesen Bereichen sind, hängt von der jeweiligen Sportart ab.Für einzelne Sportarten können bestimmte Erkrankungen ein besonderes Risiko bedeuten. Dazu gehört beispielsweise das Glaukom (Grüner Star), bei dem ein relativ zu hoher Augendruck vorliegt. Dies birgt beim Tauchen, bei dem es von außen zu einer Druckerhöhung durch das umgebende Wasser kommt, in einigen Fällen Gefahren.Welche Arten der Korrektur von Fehlsichtigkeiten sind speziell für den Sport geeignet?Zu den Fehlsichtigkeiten gehören Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Stabsichtigkeit. Bei Kurzsichtigkeit (Myopie) sieht der Betroffene in der Ferne unscharf, bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) sieht er im Nahbereich verschwommen. Bei Stabsichtigkeit oder so genannter Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist das Bild durch Verzerrung in einer Richtung unscharf, der Betroffene sieht einen Punkt als einen Strich.Fehlsichtigkeiten können auf verschiedene Weise ausgeglichen werden. Bereits der Ausgleich einer geringgradigen Fehlsichtigkeit kann für den Sport große Vorteile bringen. Die herkömmliche Brille ist für den Sport allerdings wenig geeignet. Es kann zu schweren Verletzungen kommen, wenn die Brille bei einem Unfall mit einbezogen ist. Splitter können sich beispielsweise in das Auge oder in die Umgebung bohren und schwere Gewebeschäden verursachen. Zudem kann die Brille beim Sport sehr störend sein und leicht hinunterfallen.Besser geeignet sind spezielle Sportbrillen. Diese sind besonders stabil, aber auch gepolstert und weisen keine spitzen Stellen auf. Auch die Scheiben bestehen aus bruchfestem Material. Sie sollten fest sitzen und eine Form haben, die verhindert, dass es bei mechanischen Einwirkungen zu einer Augapfelprellung kommt. Das Gesichtsfeld darf nicht zu sehr eingeschränkt sein. Zusätzlich kann ein UV-Schutz in die Gläser eingearbeitet sein, wenn es sich um eine Sportart im Freien handelt.Kontaktlinsen können ebenfalls große Vorteile beim Sport bringen, da gar keine störende Brille getragen werden muss. So genannte harte Kontaktlinsen (formstabile Kontaktlinsen) sind meist als noch besser anzusehen als weiche. Bestimmte moderne weiche Kontaktlinsen sind jedoch für Sportarten im Wasser sehr gut geeignet. Manchmal können Kontaktlinsen Probleme bereiten. Es kann zu schweren Infektionen der Hornhaut kommen, insbesondere bei mangelnder Pflege. Kontaktlinsen sollten nicht über mehrere Tage im Auge belassen werden.Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine Fehlsichtigkeit operativ zu korrigieren. Der Patient kann in den meisten Fällen dann auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten. Es bestehen allerdings wie bei allen Operationen gewisse Risiken. Die bekannteste Operation, um eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren, ist die LASIK. Dabei wird die Hornhaut so mit einem Laser modelliert, dass die Kurz-, Weit- oder Stabsichtigkeit ausgeglichen wird. Weitere Methoden bestehen in ähnlichen Laserbehandlungen, Operationen zum Einsatz einer Kunstlinse in das Auge sowie die Einarbeitung von Hornhautringen (ICR).Wie kann das Auge beim Sport geschützt werden?Einige Sportarten verlangen einen besonderen Schutz der Augen oder spezielle Maßnahmen, um ein optimales Sehen zu ermöglichen. Beim Squash und einigen anderen Sportarten besteht die Gefahr, dass z. B. durch einen auftreffenden Ball erhebliche Schäden am Auge auftreten können. Daher sollte eine Schutzbrille getragen werden. Für das Schwimmen und Tauchen ist oft eine gute Schwimmbrille (Taucherbrille) sinnvoll. ...
Grundlagen zu Farbsinnstörungen und FarbsehtestsUm Störungen des Farbensehens (z. B. Rot-Grün-Schwäche) zu diagnostizieren oder auszuschließen, können einige Tests durchgeführt werden. Der gängigste Test ist das Vorhalten von so genannten Ishihara-Tafeln, auf denen der Patient Zahlen erkennen muss, die nur durch Farben zu unterscheiden sind. Daneben gibt es weitere spezielle Tests, mit denen die Art der Farbstörung genau herausgefunden werden kann.Welche Farbsinnstörungen können vorkommen?Ein gestörtes Farbensehen kann angeboren oder erworben sein. Angeborene Farbsehstörungen werden in den meisten Fällen über das X-Chromosom vererbt. Da Männer im Gegensatz zu Frauen nur ein X-Chromosom besitzen, sind sie weitaus häufiger von angeborenen Farbstörungen betroffen (Männer: etwa 8 %, Frauen: etwa 0,4 %). Bei den angeborenen Störungen ist die Rot-Grün-Schwäche am häufigsten. Der Betroffene kann Rot und Grün nur unsicher unterscheiden. Die Rot-Grün-Schwäche kann unterteilt werden in Grünschwäche (Deuteranomalie, häufiger), bei der Grün schlecht wahrgenommen wird, sowie Rotschwäche (Protanomalie).Etwas seltener ist die Rot-Grün-Blindheit, bei der Rot und Grün nicht mehr unterschieden werden kann. Auch diese lässt sich in Grünblindheit (Deuteranopie) und Rotblindheit (Protanopie) aufteilen.Neben einer Rot-Grün-Störung kann sehr selten auch eine Blauschwäche (Tritanomalie) oder Blaublindheit (Tritanopie) vorliegen. Ebenso kann sehr selten eine komplette Farbenblindheit vorliegen, bei der der Patient nur Hell und Dunkel unterscheiden kann. Bei kompletter Farbenblindheit ist auch die Sehschärfe herabgesetzt.Auf verschiedene Art und Weise kann eine erworbene Farbsinnstörung entstehen. Häufig liegt eine Beeinträchtigung des Sehnervs vor, z. B. eine so genannte Optikusatrophie oder ein Druck auf den Sehnerv, der unter anderem durch Tumore entstehen kann. Häufig liegt dann eine Blau-Gelb-Schwäche vor. Medikamente können ebenfalls die Farbwahrnehmung beeinträchtigen. Zudem kommt es bei Erkrankungen der Netzhautmitte (Makula) zu einer Abschwächung des Farbensehens.Was bemerkt der Betroffene mit einer Farbschwäche oder Farbenblindheit?Angeborene Farbsehstörungen fallen dem Betroffenen oft gar nicht auf, da sie seit der Geburt vorhanden sind und der Betroffene es nicht anders gewohnt ist. Im täglichen Leben kann es zu Verwechselungen kommen, insbesondere im Straßenverkehr. Farbschwache und Farbenblinde können einige Berufe nicht oder nur erschwert ausüben. Auf der einen Seite dürfen sie keine Verkehrsmittel steuern, die der Personenbeförderung oder dem Transport gefährlicher Güter dienen, also z. B. Bus, Taxi, Bahn, Schiff, Flugzeug oder Hubschrauber. Andererseits sind sie auch z. B. als Chemiker beziehungsweise Laborant, Maler, Elektriker und für ähnliche Berufe weniger geeignet.Welche Möglichkeiten der Farbsinnprüfung gibt es?Eine Farbsinnuntersuchung erfolgt, um herauszufinden, ob eine Farbstörung vorliegt. Insbesondere hat dies bei der Begutachtung eine große Bedeutung, z. B. beim Gutachten für den Führerschein oder zur Frage der Eignung für einen bestimmten Beruf. Ebenso können erworbene krankhafte Veränderungen, z. B. bestimmte fortschreitende Netzhautveränderungen oder Schäden durch Medikamente, festgestellt werden.Der gängigste Farbbsehtest ist der Ishihara-Test, der auch in der augenärztlichen Routine durchführbar ist. Daneben gibt es einige spezifische Farbsinntests. Allen Tests gemeinsam ist, dass sie bei geeigneten Lichtverhältnissen und im richtigen Abstand vom Auge durchgeführt werden müssen.Ishihara-Test (Pseudoisochromatische Tafeln)Pseudoisochromatische Tafeln (nach Ishihara) sind aus vielen kleinen Farbpunkten zusammengesetzt. Die Punkte bilden Zahlen, die in Farben dargestellt sind, die mit der Farbe der Punkte des Hintergrundes verwechselt werden können. Der Farbtüchtige erkennt normalerweise die Zahlen auf allen Tafeln. Vor allem bei einer Rot-Grün-Farbstörung erkennt der Patient Zahlen auf bestimmten Farbtafeln nicht oder sieht sogar eine falsche Zahl.Anomaloskop nach NagelMit dem Anomaloskop kann eine sehr genaue Beurteilung einer Rot-Grün-Schwäche oder Rot-Grün-Blindheit erfolgen. Der Patient blickt auf ein zweigeteiltes, rundes Testfeld. In der unteren Hälfte sieht er ein exakt voreingestelltes Gelb (Natriumgelb). Im oberen Bereich muss er selbst versuchen, aus Rot und Grün genau dieses Gelb selbst zu mischen. Hier zeigen sich typische Fehler bei der jeweiligen Farbschwäche: Bei einer Grünschwäche mischt der Betroffene z. B. einen zu hohen Grünanteil hinein, bei einer Rotschwäche wird zu viel Rot verwendet. Durch seine Genauigkeit wird das Anomaloskop unter anderem für Gutachten und zum Führerschein-Farbtest verwendet.Farnsworth-Test (Farbfleckverfahren) und Panel-D15-TestMit dem Farnsworth-Test lassen sich neben Rot-Grün-Störungen auch Blau-Gelb-Störungen gut diagnostizieren. Der Farnsworth-Test besteht aus verschiedenfarbigen Farbknöpfen, die sich mit untereinander geringen Abstufungen in einer Farbreihe anordnen lassen. Die Farbplättchen sind hinten nummeriert. Der Patient legt die Farbscheibchen kreisförmig in der Reihenfolge, die ihm richtig erscheint. Bei verschiedenen Arten von Farbschwäche beziehungsweise Farbenblindheit zeigen sich spezifische Muster, in denen der Patient die Farbknöpfe anordnet. Der Panel-D-15-Test ist dem Farnsworth-Test ähnlich, besteht aber nur aus 15 statt aus 85 Farbplättchen. ...