Operation der Lider | Augenlider

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Operationen am Augenlid | Lidoperationen | Lid

Allgemeines zu Operationen der Lider

Operationen der Augenlider werden aus verschiedenen Gründen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Lidfehlstellungen, Hängelider, Tumore oder Verletzungen. Ebenfalls können am Augenlid Schönheitsoperationen vorgenommen werden.

Über die Lider

Die Augenlider dienen dem Auge vor allem zum Schutz. Sie können die Augenoberfläche bei Bedarf komplett abdecken. Durch den automatischen Lidschlag werden die Hornhaut und die Bindehaut regelmäßig befeuchtet. Die Wimpern dienen dem zusätzlichen Schutz bei geöffnetem Auge.

Von außen nach innen bestehen die Lider hauptsächlich aus der Außenhaut, den Lidmuskeln, der relativ stabilen Lidplatte, weiteren Muskeln sowie der Bindehaut, also der Schleimhaut, die auch Teile des Augapfels überzieht. Durch die Bindehaut und den Tränenfilm ist ein reibungsloses Gleiten der Lider auf dem Augapfel möglich.

Welche Operationen am Lid können durchgeführt werden?

Operationen am Augenlid können stark unterschiedliche Ausmaße annehmen. Fehlstellungen werden korrigiert, Tumore oder auch Hagelkörner werden entfernt, bei kleineren Verletzungen erfolgt eine Naht, bei größeren Verletzungen eine aufwändigere Operation (Lidplastik). Des Weiteren werden ästhetische Operationen durchgeführt, z. B. bei so genannten Tränensäcken, Schlupflid oder Falten.

Operation bei Lidfehlstellung (Entropium, Ektropium)

Bei einem Entropium ist das Lid nach innen gekippt, bei einem Ektropium nach außen. Ursache können z. B. altersbedingte Gewebeerschlaffung, häufige mechanische Einflüsse oder Narben sein. Es kann beim Entropium zum Kratzen der Wimpern auf dem Auge kommen, bei beiden Arten der Fehlstellung zu einem Offenbleiben des Auges und zu einem mangelnden Tränenabfluss, da die Tränenpünktchen (kleine Öffnungen an der Lidkante, die in die Tränenkanälchen führen) nicht am Auge anliegen. Durch eine Entropium-Operation oder eine Ektropium-Operation kann die jeweilige Fehlstellung behoben werden. Das Lid wird durch Entfernung von Haut und anderem Gewebe sowie durch Vernähen in verschobener Position gestrafft.

Operation bei hängendem Oberlid (Ptosis)

Ein hängendes Oberlid kann durch eine Lähmung, durch eine Muskelschwäche oder eine Gewebeschwäche entstehen. Der Grund für das Hängelid muss vor einem Eingriff genau untersucht werden. Das herabhängende Lid kann individuell stören, das Gesichtsfeld einschränken oder sogar die Sehschärfe herabsetzen. Es kann durch eine Ptosis-Operation angehoben werden, indem Gewebe entfernt wird, der Lidhebermuskel verkürzt wird oder an anderer Stelle wieder angenäht wird.

Operation beim Hagelkorn (Chalazion)

Ein Hagelkorn (Chalazion) ist eine verstopfte Liddrüse (Meibom-Drüse). Am Lid zeigt sich eine Verdickung, die in den meisten Fällen schmerzlos ist. Ein Hagelkorn kann in einer Hagelkorn-Operation entfernt werden. Es wird unter örtlicher Betäubung von der Innenseite des Lides aus aufgeschnitten und mit einem kleinen Löffelchen ausgekratzt, die Kapsel des Hagelkorns wird herausgeschnitten.

Entfernung von Tumoren am Lid

Tumore können gutartig oder bösartig sein. Bösartig bedeutet, dass der Tumor ungehindert in das umliegende Gewebe einwächst und sich Metastasen, Tochtergeschwülste in anderen Körperbereichen, absiedeln können. Ein Zwischending ist das Basaliom, das als semimaligner Tumor bezeichnet wird. Gutartige Tumore sollten in vielen Fällen entfernt werden, bösartige Tumore müssen in jedem Fall beseitigt werden. Der Tumor wird herausgeschnitten, ein ausreichender Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe wird eingehalten. Oft wird die Wunde gleich zugenäht, oft auch zunächst offen gelassen. Es erfolgt eine feingewebliche Untersuchung (Histologie) des herausgeholten Tumors. Zeigt sich, dass er komplett entfernt wurde, wird die eventuell noch offen gelassene Wunde vernäht. Gegebenenfalls sind weitere Maßnahmen wie beispielsweise ein Verschieben von Gewebe notwendig, um ein möglichst funktionsfähiges und kosmetisch unauffälliges Lid wiederherzustellen.

Lidnaht

Bei einfachen Verletzungen, z. B. Schnittverletzungen, wird die Wunde unter örtlicher Betäubung vernäht.

Lidplastik bei Verletzung

Sind die Verletzungen schwerwiegender, so ist eine umfangreichere Operation erforderlich. Hier muss dann neben dem Vernähen auch Gewebe umgelagert oder überführt werden.

Ästhetische Operationen (Schönheitsoperationen)

Verschiedene Veränderungen können die Augenregion alt und unästhetisch aussehen lassen. Sie können häufig durch Korrekturoperationen behandelt werden. Bei einem Schlupflid oder bei Verdickung des Unterlides (so genannte Tränensäcke) wird überschüssiges Gewebe (Fettgewebe, Haut) entfernt. Falten können z. B. durch Entfernung von Haut gestrafft werden. Zu beachten ist, dass die Kosten einer Schönheitsoperation von den Krankenversicherungen nicht übernommen werden, da  medizinisch nicht notwendig ist.

Mögliche Risiken bei Lidoperationen

Trotz der unterschiedlichen Operationen, die an den Lidern durchgeführt werden, gelten viele mögliche Komplikationen allgemein für alle Eingriffe an den Lidern. Es kann zu Blutungen und Nachblutungen sowie zu Blutergüssen kommen. Nach dem Eingriff kommt es oft zu einer Schwellung, die in der Regel bald verschwindet. Infektionen können vorkommen. Es kann zu Wundheilungsstörungen und zu überschießender Narbenbildung kommen, was funktionelle und ästhetische Nachteile mit sich bringen kann. Das Augenlid kann offen bleiben, oder ein (erneutes) einwärts oder auswärts gerichtetes Lid kann entstehen. Kleinere Nerven können geschädigt werden. Nur in Ausnahmefällen kommt es zu Schäden am Augapfel oder in der Umgebung der Lider.

Erfolgsaussichten der Eingriffe am Augenlid

In der Regel können die Lider gut behandelt werden. Meist ist ein funktionell und kosmetisch guter Befund zu erwarten, dies kann jedoch keineswegs garantiert werden. Die Erfolgsaussichten hängen von der Art der Erkrankung ab. Bei Fehlstellungen oder ästhetischen Maßnahmen kann eine Über- oder Unterkorrektur problematisch werden. Hagelkörner können nicht selten erneut auftreten (Rezidiv). Bei Tumoren kann dies ebenfalls der Fall sein, oder es können sich bereits Tochtergeschwülste gebildet haben.
Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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